Monatsarchiv: Juni 2013

Es gibt keine Sprachuniversalien

Nativisten behaupten, dass die Sprache größtenteils „fest verdrahtet“ ist: Wenn wir als Kinder zu sprechen lernen, füllen wir nur mehr die bereits genetisch angelegten Leerstellen (Sprachuniversalien) mit dem Inhalt unserer Muttersprache. Nativisten meinen, man könne Sprache nicht – wie B. F. Skinner (1957) dies in Verbal Behavior darlegt – allein mit Hilfe der allgemeinen Lernmechanismen erlernen. Es müsse einen besonderen Lernmechanismus (Language Acquisition Device) zum Lernen von Sprache geben. Je mehr man über den Spracherwerb forscht, desto unhaltbarer wird die Position der Nativisten. Insbesondere scheint es wohl praktisch keine Sprachuniversalien zu geben.

Evans und Levinson (2009) überprüften die Behauptung, dass es Unversalien, allen Sprachen gemeinsame Merkmale gebe. Sie stellen fest, dass es auf praktisch allen Ebenen der Organisation einer Sprache grundlegende Unterschiede gibt. Dies betrifft die Phonetik, die Phonologie, die Morphologie, die Syntax und die Semantik. Die Annahme, alle Sprachen zeigten grundsätzliche Gemeinsamkeiten, kann nur dann aufrechterhalten werden, wenn man seine Vergleiche lediglich auf das Englische und nahe verwandte Sprachen beschränkt. Die wenigen Merkmale, die wohl tatsächlich allen Sprachen gemeinsam sind, lassen sich besser durch die gemeinsame Umwelt, in der alle Menschen leben, erklären als durch angeborene Mechanismen des Spracherwerbs. Sie schätzen die Behauptungen der Universalgrammatik (wie sie etwa von Noam Chomsky und anderen Nativisten vertreten wird) als „entweder empirisch falsch, unwiderlegbar oder irreführend, da sie sich auf Tendenzen und nicht auf strikte Universalien beziehen“ (S. 429), ein. So zeigen Evans und Levinson (2009) auf, dass kein einziger der von Steven Pinker (Pinker & Bloom; 1990) angeführten „unstrittigen Fakten“ über universelle Merkmale von Substantiven auf alle Sprachen zutrifft. Ähnliche Beweise lassen sich – oft mit Leichtigkeit – gegen alle anderen, je von Nativisten behaupteten Sprachuniversalien ins Feld führen.

Schon Christiansen und Charter (2008) zeigten auf, dass angeborene Einschränkungen beim Spracherwerb evolutionär gesehen nicht möglich sind. Palmer (1981) wies daraufhin, dass eine angeborene Universalgrammatik keinerlei Adaptionsvorteil darstellen würde und daher auch nicht im Lauf der Evolution erworben werden konnte.

Literatur

Christiansen, M. H. & Chater, N. (2008). Language as shaped by the brain. Behavioral and Brain Sciences, 31(5), 489-558. Abstract

Evans, Nicholas & Levinson, Stephen. (2009). The myth of language universals: Language diversity and its importance for cognitive science. Behavioral and Brain Sciences, 32(5), 429-448. Abstract

Palmer, D.C. (1981 / 2000). Chomsky’s nativism. A critical review. The Analysis of Verbal Behavior, 17, 39-50. PDF 36 KB

Pinker, S. & Bloom, P. (1990). Natural language and natural selection. Behavioral and Brain Sciences, 13(4), 707-726. Abstract

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kritik, Psychologie, Sprache, Verhaltensanalyse

Feedback und Ziele helfen dabei, lästige Anträge zu stellen

Schulpsychologen in den USA werden von den Schulen bezahlt. Jedoch kann die Schule fallweise Leistungen des Schulpsychologen von der Krankenfürsorge (Medicaid) erstattet bekommen, wenn der Schüler, mit dem der Schulpsychologe gearbeitet hat, an einem Sondererziehungsprogramm (Exceptional Student Education, ESE) teilnimmt. Hierzu müssen die zuständigen Schulpsychologen lediglich ein Formular ausfüllen und rechtzeitig (innerhalb eines Jahres) an Medicaid schicken. Da die Schulpsychologen unmittelbar von diesen Erstattungen nicht profitieren (das Geld geht an die Schulen, die wiederum die Gehälter der Schulpsychologen zahlen), stellen sie sehr selten rechtzeitig die entsprechenden Anträge.

Hybza et al. (2013) arbeiteten mit 74 Schulpsychologen, die für insgesamt 102 Schulen zuständig waren. Zunächst wurde mittels der Performance Diagnostic Checklist (Austin, 2000) untersucht, was die Schulpsychologen davon abhielt, entsprechende Anträge zu stellen. Zum einen wurden sie nie auf das Erstellen der Anträge aufmerksam gemacht, es gab keine Erinnerungshilfen. Zum anderen gab es auch kein Feedback und keine Ziele für sie. Den Schulpsychologen war noch nicht mal bekannt, wie viel Geld die Schule als Erstattung jeweils erhielt.

Als abhängige Variable wählten Hybza et al. (2013) den aufgrund der Anträge in einem Zwei-Wochen-Zeitraum erstatteten Betrag. Zunächst wurde die Basisrate erfasst. Die Schulpsychologen arbeiteten in drei verschiedenen Schulbezirken. Die Forscher wählten daher ein „Multiple-Baseline“-Untersuchungsdesign, bei dem die Basisratenerfassung in jedem der drei Schulbezirke unterschiedlich lange dauerte, nämlich 20, 25 und 33 Wochen. Im Schnitt erbrachten die Anträge in den drei Schulbezirken während der Basisratenbeobachtung $ 322, $ 929 und $ 1576 in zwei Wochen. Im Anschluss an die Erfassung der Basisrate bekamen die Schulpsychologen jedes Schulbezirks eine E-Mail in der Ihnen der bislang im Schnitt erstattete Betrag mitgeteilt wurde. Zudem schlugen die Forscher den Schulpsychologen ein Ziel in Form eines höheren Betrages vor, das sie anstreben sollten. Wöchentlich bekamen die Schulpsychologen nun schriftliches und grafisches Feedback darüber, wie viele Anträge sie (als Gruppe der Schulpsychologen eines Schulbezirks) gestellt und wie viel Geld erstattet worden war. Zudem schrieb ihnen der leitende Schulpsychologe des Bezirks E-Mails, in denen er sie an das Ausfüllen der Anträge erinnerte und die Verbesserungen bei der Beantragung würdigte. Auch wurde die Zahl der Schulpsychologen, die Anträge gestellt hatten, mitgeteilt. Es gab jedoch kein individuelles Feedback an die einzelnen Schulpsychologen bezüglich ihrer gestellten Anträge. Diese E-Mails kosteten den leitenden Schulpsychologen nicht einmal 15 Minuten Zeit, alle zwei Wochen. Aufgrund dieser Maßnahmen stieg der erstattete Betrag im Schnitt auf $ 1984, $ 4293 und $ 8106 in den drei Schulbezirken. Dies entspricht einer Steigerung von insgesamt 385 %. Diese Steigerung beruhte allein auf den zusätzlich gestellten Anträgen. Die Zahl der Fälle (Schüler), mit denen die Schulpsychologen arbeiteten, blieb unverändert. Hatten vor der Maßnahme nur 38 % aller Schulpsychologen diese Anträge gestellt, waren es jetzt 61 %.

Literatur

Austin, J. (2000). Performance analysis and performance diagnostics. In J. Austin & J. E. Carr (Eds.), Handbook of applied behavior analysis (pp. 321–349). Reno, NV: Context Press.

Hybza, Megan M.; Stokes, Trevor F.; Hayman, Marilee & Schatzberg, Tracy. (2013). Increasing Medicaid revenue generation for services by school psychologists. Journal of Organizational Behavior Management, 33(1), 55-67.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter OBM, Verhaltensanalyse

Ist der Vater abwesend, wird die Tochter zum Flittchen…?

Es hat funktioniert, Sie lesen weiter! – Doch in der Tat: So könnte man – grob vereinfacht und politisch unkorrekt – die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenfassen. Mädchen, deren Vater lange abwesend war, sind im Schnitt sexuell früher reif, haben mehr Sexualpartner und neigen weniger zu „Safer-Sex“ als andere. Bislang war nicht recht klar, wie dieser Zusammenhang zustande kommt. Eine Studie aus den USA versuchte sich an einem experimentellen Nachweis.

Wenn der Vater während ihrer Kindheit psychisch oder physisch abwesend ist (nicht bei der Familie lebt, oder sich nicht in der Familie engagiert), zeigen Mädchen eine beschleunigte sexuelle Entwicklung und ein riskanteres Sexualverhalten. Dieser Zusammenhang konnte in vielen Studien bestätigt werden (vgl. DelPriore & Hill, 2013, S. 1) und er gilt beispielsweise nicht für die Töchter von Witwen (bei denen der Vater nicht aus eigenem Antrieb fehlt…). Eine mögliche Erklärung für diese Korrelation ist die evolutionspsychologische Theorie der väterlichen Investition (paternal investment theory, vgl. Draper & Harpending, 1982). Ihr zufolge formt die Abwesenheit des Vaters die sexuelle Strategie der Tochter. Die Tochter lernt gewissermaßen aus der Abwesenheit des Vaters, dass (in dem Umfeld, in dem sie aufwächst) auf Männer kein Verlass ist und dass es sich nicht lohnt, auf eine dauerhafte Partnerschaft zu spekulieren, um gemeinsame Kinder großzuziehen. Die Abwesenheit des Vaters löst also einen Mechanismus aus, der statt einer auf Qualität setzenden Reproduktionsstrategie (wenige Kinder, in die viel investiert wird) eine auf Quantität setzende Strategie (mehr Kinder, in die weniger investiert wird) begünstigt.

(Bei Jungen hat die Abwesenheit des Vaters demzufolge übrigens ähnliche Auswirkungen: Sie sind im Schnitt aggressiver, verhalten sich „maskuliner“ und machen früher ihre ersten sexuellen Erfahrungen).

Das mag man glauben oder auch nicht. Die berichteten Zusammenhänge – man bedenke, dass eine Korrelation keine Verursachungsrichtung anzeigt – lassen sich auch anders erklären. Zum Beispiel könnte es sein, dass Familien, in denen der Vater fehlt, im Schnitt auch Familien sind, in denen schon die Mutter „sexuell aktiver und risikofreudiger“ war. Die Tochter könnte sich hier nur am Modell der Mutter orientieren. Ganz allgemein könnte man davon ausgehen, dass in inkomplette Familien im Schnitt weniger Kontrolle über die Kinder ausgeübt wird und dass das sexuell auffällige Verhalten nur ein Aspekt einer allgemeinen Devianz ist. Das Merkmal „Abwesenheit des Vaters“ hängt nun mal korrelativ mit vielen anderen Merkmalen zusammen (m. W. im Schnitt auch einem geringeren Familieneinkommen, niedrigerem Sozialstatus usw.). All das macht Aussagen über die Verursachungsrichtung extrem fragwürdig. Die Evolutionspsychologen selbst haben noch eine andere Alternativerklärung: Väter, die ihre Familien im Stich lassen, geben dieses Gen (ein „Gen für“ eine eher loses Partnerbindung u. a. m.) auch an ihre Töchter weiter, die dann ein ähnlich loses Verhaltensmuster zeigen. Wie auch immer.

Wie alle evolutionspsychologischen Theorien krankt auch diese Theorie daran, dass sie (bislang) nur ex-post plausibel erscheinen. Das heißt, sie nutzt eine vorhandene Korrelation, um eine eingängig klingende Theorie darum herum zu konstruieren. Sie macht aber fast keine Vorhersagen, die sich ernsthaft experimentell prüfen ließen – mit einer Ausnahme: Die Theorie der väterlichen Investition sagt voraus, dass Frauen in besonderer Weise auf Situationsmerkmale reagieren, die eine Abwesenheit des Vaters anzeigen.

DelPriore und Hill (2013) versuchten, diese Voraussage zu prüfen. Sie gaben ihren Versuchspersonen – Studentinnen der „Texas Christian University“ – in einer Reihe von fünf Experimenten neben allerlei Fragebögen eine Aufgabe vor: Sie sollten in einem kleinen Aufsatz eine Situation aus ihrem Leben beschreiben, bei der sie erleben mussten, dass ihr Vater nicht zugegen sein konnte (z. B. der Abschlussball, den der Vater nicht besuchen konnte, weil er auf Dienstreise war o. ä.). Diese Aufgabe sollte die Studentinnen an „väterliche Abwesenheit“ erinnern und – so die Voraussage der Theorie der väterlichen Investition – eine veränderte Haltung zur Sexualität erzeugen. Anschließend sollten die so an väterliche Abwesenheit erinnerten Studentinnen mehrere Fragen oder Aufgaben über ihre Einstellungen zur Sexualität beantworten. Zum Beispiel sollten die jungen Frauen in einem Versuch Lückenwörter (wie „S_X“ oder „_AK_D“) vervollständigen. Eine sexualisierte Reaktion wäre hier z. B. „Sex“ und „Naked“ zu vervollständigen, eine nicht-sexualisierte Variante „Six“ und „Baked“. In anderen Experimenten sollten sie ihre Haltung zu Aussagen wie „Sex ohne Liebe ist ok“ usw. kundtun oder angeben, mit wie vielen Männern aus ihrem gegenwärtigen Umfeld sie sich vorstellen könnten zu schlafen. Die Reaktion dieser Studentinnen wurde mit der einer anderen Versuchspersonengruppe verglichen, die einen anderen Text schreiben sollte (z. B. zu einer Situation, wo ihre Mutter oder eine Freundin sie enttäuscht hatte).

In der Tat unterschieden sich die Versuchspersonen, die über das Fehlen ihres Vaters bei einem wichtigen Lebensereignis schreiben mussten, von den anderen Versuchspersonen. Sie dachten (etwas, aber signifikant) häufiger an sexuell relevante Wörter, sie konnten sich mehrere ihrer männlichen Bekannten als Sexualpartner vorstellen und sie lehnten eher Kondome beim Sex ab. Zudem zeigte sich, dass sich diese erhöhte Risikobereitschaft nur auf den sexuellen Bereich bezog. Eine Gruppe von männlichen Studenten war von der gleichen Aufgabe (sich daran zu erinnern, wie ihr Vater bei einem wichtigen Lebensereignis nicht dabei war) unbeeindruckt: Sie zeigten keine erhöhte sexuelle Risikobereitschaft.

DelPriore und Hill (2013) sehen in ihren Ergebnissen einen Beleg dafür, dass die Theorie der väterlichen Investition richtig sein könnte. Kritisch anmerken muss man allerdings, dass durch diese Experimente nicht nachgewiesen ist, dass die Abwesenheit des Vaters tatsächlich die Erwartungen der Tochter an die Investitionsbereitschaft von Männern beeinflusst. Außerdem war die Haltung der Studentinnen ohnehin sehr konservativ (man muss sich nur den Ort der Untersuchung – „Texas Christian University“ – vergegenwärtigen). Die meisten von ihnen lebten bei beiden biologischen Elternteilen. Die Unterschiede waren zwar signifikant, spielten sich aber auch auf sehr niedrigem Niveau ab. Zudem: In jedem Versuch musste eine nicht geringe Anzahl an Studentinnen vor der Aufgabe kapitulieren, ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben zu beschreiben, bei dem ihr Vater abwesend war: Ihnen fiel einfach kein solches Ereignis ein. Ob hier eine systematische Selektion der Versuchspersonen stattfand, überprüften die Autorinnen anscheinend nicht. Es wäre zum Beispiel möglich: Die Studentinnen, denen aus dem Stegreif ein solches Ereignis einfiel, sind zugleich auch die aktiveren und kreativeren und diese Eigenschaft hängt wiederum mit einem flotteren Sexualleben zusammen. – Nur mal so als Gedanke).

Abgefragt wurde in diesen Experimenten nur hypothetisches Verhalten, die Forscherinnen verließen sich ausschließlich auf Selbstaussagen. Hinzugefügt werden muss, dass es sich bei dieser Studie um Gruppenvergleich handelt: Festgestellt wurden Unterschiede zwischen Gruppen, nicht direkt der Einfluss auf individuelle Einstellungen oder gar individuelles Verhalten.

Es darf also weiter gezweifelt werden, ob die Theorie der väterlichen Investition denn tatsächlich zutrifft.

Literatur

DelPriore, Danielle J. & Hill, Sarah E. (2013). The effects of paternal disengagement on women’s sexual decision making: An experimental approach. Journal of Personality and Social Psychology, May 27, 2013, No Pagination Specified. doi: 10.1037/a0032784

Draper, P., & Harpending, H. (1982). Father absence and reproductive strategy: An evolutionary perspective. Journal of Anthropological Research, 38, 255-273.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Psychologie, Skepsis

Sich die richtigen Ziele zu setzen, ist eine Kunst

HochsprungHohe Zielvorgaben steigern die Leistung. Wird das Ziel jedoch nie erreicht, ist mit einem Nachlassen der Leistung zu rechnen. Wenn sie die Wahl haben, möchten die meisten Menschen lieber ein niedrigeres Ziel anstreben, das sie leichter erreichen können.

Das Setzen von Zielen verbessert die Leistung. Spezifische und hohe Ziele wirken besser als unspezifische oder leicht erreichbare. Ziele sind aus verhaltensanalytischer Sicht entweder

  • eine Kombination aus diskriminativem Stimulus und  Verstärkung (Fellner & Sulzer-Azaroff, 1984); dabei ist das Ziel die vorausgehende Bedingung und das Feedback über das Erreichen des Ziels der Verstärker,
  • Regeln (Malott, 1993), die das Verhalten steuern („wenn ich das und das tue, erreiche ich das Ziel“) oder
  • motivierende Operationen (Agnew, 1997). Eine motivierende Operation macht einen Verstärker wirksamer; Nahrungsentzug macht als motivierende Operation Essen zum wirksameren Verstärker. Ebenso macht ein Ziel das Leistungsfeedback wirksamer. Mit einem Ziel ist jeder Schritt in Richtung auf das Ziel ein Verstärker, ohne Ziel ist das Feedback weniger bedeutsam.

Hohe, spezifische Ziele sind wirksamer als niedrige Ziele. Doch sollte das Ziel zumindest prinzipiell erreichbar sein. Ein Ziel, das nicht wenigstens ab und an erreicht werden kann, kann langfristig die Leistung nicht auf hohem Niveau halten. Tammemagi et al. (2013) prüften die Hypothese, dass sehr hohe Ziele nur kurzfristig zu besserer Leistung führen als hohe, aber erreichbare Ziele. Zugleich prüften sie die Vermutung, dass Menschen eher niedrigere Ziele wählen, wenn sie können. Niedrigere Ziele führen öfter zu Verstärkung als hohe.

26 Versuchspersonen sollten an einem Computerarbeitsplatz Daten eingeben. Nachdem die Basisrate erfasst worden war, erhielt ein Teil der Versuchspersonen erst die Anweisung, 20 Datensätze pro Sitzung einzugeben, ein Ziel, das leicht erreicht werden konnte. Nach mehreren Sitzungen wurde das Ziel wieder aufgehoben (Rückkehr zur Basisrate). Anschließend wurde als Ziel vorgegeben, dass die Versuchsperson 40 Datensätze je Sitzung eingeben sollte, ein sehr hohes Ziel, das keine Versuchsperson auch nur entfernt erreichte. Bei den restlichen Versuchspersonen war die Reihenfolge anders, sie sollten erst das hohe und dann das niedrige Ziel erreichen. Zuletzt konnten die Versuchspersonen wählen, ob sie ein hohes oder ein niedriges Ziel erreichen wollten. Verstärker gab es – außer dem unvermeidlichen Feedback – für die Erreichung von Zielen nicht.

Insgesamt erwies sich das hohe Ziel als wirksamer, es steigerte die Leistung der Versuchspersonen im Vergleich zur Basisrate im Schnitt um 21 %, das niedrige Ziel nur um 11 %. Während das hohe Ziel von 40 Datensätzen galt, war ein negativer Trend erwartet worden, d. h. man ging davon aus, dass die Versuchspersonen mit jeder Sitzung, die sie absolvierten, ohne ihr Ziel zu erreichen, weniger leisteten. Dieser negative Trend zeigte sich nur bei 38 % aller Versuchspersonen, die anderen Versuchspersonen zeigten während der Geltung des hohen Ziels stabile Leistungen (ungefähr gleich viele bearbeitete Datensätze während aller Sitzungen) oder sogar steigende Leistungen von Sitzung zu Sitzung. Dabei gab es Unterschiede zwischen den Versuchspersonen-Gruppen: Diejenigen Versuchspersonen, denen zuerst das niedrige Ziel vorgegeben wurde, zeigten, als sie dann das hohe Ziel bekamen, in dieser Phase zu 46 % diesen negativen Trend. Die andere Gruppe (zuerst das hohe Ziel) wies zu 31% den negativen Trend auf. Wenn sie die Wahl hatten, entschieden sich 20 von 26 Teilnehmern für das niedrigere Ziel.

Literatur

Agnew, Judy L. (1997). The establishing operation in organizational behavior management. Journal of Organizational Behavior Management, 18(1), 7-19.

Fellner, Denise J. & Sulzer-Azaroff, Beth. (1984). A behavioral analysis of goal setting. Journal of Organizational Behavior Management, 6(1), 33-51.

Malott, Richard W. (1993). A theory of rule-governed behavior and organizational behavior management. Journal of Organizational Behavior Management, 12(2), 45-65.

Tammemagi, Triona; O’Hora, Denis & Maglieri, Kristen A. (2013). The effects of a goal setting intervention on productivity and persistence in an analogue work task. Journal of Organizational Behavior Management, 33(1), 31-54.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter OBM, Verhaltensanalyse

Wie bringt man Kunden dazu, fair gehandelten Kaffee zu kaufen?

FairTrade-Logo_svgWeist eine Cafeteria darauf hin, dass sie Fair-Trade-Kaffee verkauft, kaufen die Kunden diesen auch. Doch nur mit Hinweisen und Werbung ist es auf Dauer nicht getan.

Wenn Kunden in einer Cafeteria einen Becher Fair-Trade-Kaffee kaufen, erwerben sie kein wesentlich anderes Produkt, sondern einen moralischen Mehrwert. Geschmacklich unterscheiden sich traditioneller Kaffee und Fair-Trade-Kaffee im Grunde nicht, der Unterschied liegt in der Bezahlung der Hersteller und der Gestaltung des Handels mit dem Produkt. Unterschiede im Kaufverhalten der Kunden sollten also vor allem auf den „moralischen“ Aspekt zurückzuführen sein. Schon der erste Behaviorist John B. Watson wies darauf hin, dass Kaufentscheidungen selten rein rational getroffen werden, sondern vielmehr die emotionale Konditionierung ausschlaggebend ist (vgl. Hantula et al., 2001).

Stratton und Werner (2013) untersuchten, ob sich der Anteil von Fair-Trade-Kaffee an allen Kaffeeverkäufen in einer Cafeteria durch gezielte Hinweise erhöhen lässt. Während üblicherweise nur zwischen 48 % und 53 % Fair-Trade-Kaffee verkauft wurde, erhöhte sich dieser Anteil auf 55 % bis 65 %, als ein Plakat darauf aufmerksam machte, dass es an diesem Schalter Fair-Trade-Kaffee zu kaufen gibt. Als das Plakat nach einer Pause wieder aufgehängt wurde, erreichten die Verkäufe von Fair-Trade-Kaffee allerdings nur noch Werte von 51 % bis 60 %.

A_small_cup_of_coffeeDieser Effekt ist aus anderen Bereichen bekannt: Schilder und Hinweise können ein Verhalten auslösen, aber für sich allein nicht dauerhaft aufrechterhalten. Ein neu aufgestelltes Schild, das z. B. auf eine Gefahr im Straßenverkehr hinweist, wird anfangs von den Autofahrern beachtet. Steht es länger dort, verliert es seine Wirkung, es sei denn, das geforderte Verhalten (z. B. langsam zu fahren) wird auch ab und an durch eine Konsequenz (z. B. eine Polizeikontrolle) verstärkt. Ähnlich dürfte es sich bei diesem Plakat, das für Fair-Trade-Kaffee warb, verhalten haben. Anfangs nahmen es die Kunden wahr und es beeinflusste ihre Kaufentscheidung. Langfristig lässt die Wirkung solcher „Prompts“ für sich alleine jedoch immer nach. Eine Möglichkeit, den Anteil des verkauften Fair-Trade-Kaffees dauerhaft zu erhöhen, könnte darin bestehen, eine Konsequenz hinzuzufügen, z. B. Bonuspunkte, die der Kunde nur erhält, wenn er Fair-Trade-Kaffee kauft. Auch die gesellschaftliche Anerkennung des Kaufverhaltens durch Bekannte („O, du kaufst Fair-Trade, das finde ich gut!“) stellt eine Konsequenz dar, die zur langfristigen Verhaltensänderung beitragen kann. Eine Werbeaktion wie die beschriebene bringt dennoch etwas: Die Kunden kommen so vielleicht erstmalig in Kontakt mit dem fair gehandelten Kaffee. Sie können nun feststellen, dass dieser Kaffee mindestens genauso gut schmeckt wie der „normale“ Kaffee und sie erleben evtl. die gerade beschriebene soziale Anerkennung für den Kauf des fairen Produkts: Beides sind („natürliche“) Konsequenzen, die dazu beitragen können, das geänderte Kaufverhalten aufrecht zu erhalten.

Stratton und Werner (2013) stellten weiterhin fest, dass in den Nachmittagsstunden mehr Fair-Trade-Kaffee konsumiert wurde als in den Morgenstunden. Die Autoren erklären sich das damit, dass die Kunden am Nachmittag mehr Muße haben, ihre Kaufentscheidung zu überdenken. Zudem kauft man morgens meist einen Kaffee für sich allein und „To-Go“, während viele Kunden am Nachmittag, nach der Arbeit, mit ihren Freunden oder Kollegen in der Cafeteria sitzen. Die Anwesenheit anderer mag eine sozial erwünschte Kaufentscheidung begünstigen.

Literatur

Hantula, D. A.; Diclemente, D. F. & Rajala, A. K. (2001). Outside the box: The analysis of consumer behavior. In L. Hayes, J. Austin, R. Houmanfar & M. Clayton (Eds.), Organizational Change (pp. 203-223). Reno, NV: Context Press.

Stratton, Jeanine P. & Werner, Matt J. (2013). Consumer behavior analysis of fair trade coffee: Evidence from field research. The Psychological Record, 63(2), 363-374.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter OBM, Verhaltensanalyse

Machen Pestizide dumm?

Schädigt der sachgemäße Umgang mit Pestiziden die intellektuelle Leistungsfähigkeit bei Landwirten? Eine Studie, die dies nachweisen will, taugt jedoch eher als Anschauungsmaterial im Methodenlehreunterricht.

Pestiziden wird alles Mögliche an negativen Eigenschaften nachgesagt. Wer mit Pestiziden arbeitet, gefährdet seine Gesundheit, wenn er nicht auf entsprechenden Schutz achtet. Ganz unbestreitbar sind die landwirtschaftlichen Arbeiter in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern einer Pestizidkonzentration ausgesetzt, die ihre Gesundheit gefährdet. Wie aber sieht es in den industrialisierten Ländern aus? Arbeits- und Gesundheitsschutzbestimmungen werden hier ernster genommen und auch jeder selbständig arbeitende Landwirt sollte darüber Bescheid wissen, wie er mit Pestiziden vernünftig umgeht. Kann aber auch ein bestimmungsgemäßer Gebrauch zu Gesundheitsschäden führen? Insbesondere geht es um die Frage, ob der sachgemäße Umgang mit Pestiziden dauerhaft zu neuropsychologischen Schäden führt.

Schultz und Ferraro (2013), zwei Forscher der Universität von North Dakota, gaben einer Gruppe von Landwirten (N = 18) und einer Vergleichsstichprobe (N = 35) von Nicht-Landwirten eine neuropsychologische Testbatterie vor. Die Landwirte waren im Schnitt 49 Jahre alt (zwischen 26 und 75 Jahren) und sie hatten im Schnitt 13,67 Jahre lang eine Schule oder Ausbildungseinrichtung besucht. Alle Landwirte gaben an, dass sie beruflich bedingt regelmäßig mit Pestiziden zu tun hatten. Die Nicht-Landwirte waren im Schnitt 50,69 Jahre als (zwischen 36 und 79 Jahren) und hatten 15,61 Jahre Schule und Ausbildung hinter sich. 83,3 % der Landwirte waren Männer, die Nicht-Landwirte waren größtenteils Frauen (80 %).

Die Testergebnisse der Landwirte und Nicht-Landwirte waren im Schnitt nicht wesentlich unterschiedlich. Allein im Bereich der Zahlen-Symbol-Zuordnung hatten die Landwirte Defizite. Allerdings korrelierte bei den Landwirten das Alter signifikant negativ mit der Testleistung (r=-.45), nicht aber bei den Nicht-Landwirten. Dies legt, so die Autoren, nahe, dass die intellektuelle Leistungsfähigkeit durch den beruflich bedingten sachgemäßen Umgang mit Pestiziden bei den Landwirten im Lauf des Lebens schneller abnimmt als bei den Nicht-Landwirten.

Diese Ergebnisse müssen kritisch hinterfragt werden. Zum einen muss festgestellt werden, dass die beiden Gruppen der Landwirte und Nicht-Landwirte nicht wirklich miteinander vergleichbar sind. Die Nicht-Landwirte waren überwiegend Frauen und hatten im Schnitt eine zwei Jahre längere Ausbildung als die Landwirte. Zum anderen müssen noch etliche andere Erklärungen als die Pestizidexposition in Betracht gezogen werden, wenn man die festgestellten Unterschiede betrachtet. So muss man bedenken, dass Landwirte in der Regel härter körperlich arbeiten als der Rest der Bevölkerung. Eine Tätigkeit in der Landwirtschaft ist belastender als eine typische Bürotätigkeit. Eventuell ist es diese harte körperliche Arbeit, die die Landwirte schneller altern und dadurch auch geistig schneller abbauen lässt als die Versuchspersonen in der Vergleichsstichprobe. Zudem ist bekannt, dass die Lebenserwartung von Frauen höher ist als die von Männern. Es liegt nahe, dass Frauen im Schnitt auch länger körperlich und geistig bleiben als Männer. Zwar fordert die Tätigkeit des Landwirts durchaus die geistigen Fähigkeiten. Allerdings werden in psychologischen Testverfahren eher akademische Fähigkeiten abgefragt, die bei Frauen, die aufgrund ihrer längeren Ausbildung (evtl. einem Studium) einen anderen Beruf als Landwirtin ergriffen haben, viel stärker gefordert werden als in der Landwirtschaft.

Alles in allem taugt diese Studie nicht dazu, den Einfluss der chronischen Pestizidbelastung auf das neuropsychologische Funktionsniveau nachzuweisen.

Literatur

Schultz, Caitlin G. & Ferraro, F. Richard. (2013). The impact of chronic pesticide exposure on neuropsychological functioning. The Psychological Record, 63(1), 175-184.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter BBS, Kritik, Psychologie, Skepsis

Fischers Fritze findet „F“ freilich fabelhaft

Der Anfangsbuchstabe unseres Namens und die Zahlen unseres Geburtsdatums erscheinen uns nicht nur schöner als andere Buchstaben oder Zahlen. Diese Vorlieben haben auch einen, wenn auch geringen, Einfluss auf die Wahl unseres Berufs oder unseres Wohnorts. Eine neue Studie zeigt, dass es bei den Vorlieben für bestimmte Zahlen auch kulturelle Unterschied gibt: Der Tag, an dem Weihnachten ist und die Zahl, mit der in der Schule die beste Note gekennzeichnet wird, beeinflussen, welche Zahlen wir mögen und welche nicht.

Bereits seit längerem ist bekannt, dass Menschen die Buchstaben ihres Namens, speziell die Anfangsbuchstaben und die Ziffern ihres Geburtsdatums attraktiver finden als andere Buchstaben oder Zahlen (Nuttin, 1985; 1987; Kitayama & Karasawa, 1997). Man erfasst das in der Regel über die Frage „Wie sehr mögen Sie die folgenden Zahlen / Buchstaben?“. Wenn jemand am 18. Geboren ist, wird er diese Zahl mehr mögen als andere Zahlen.

Oberflächlich betrachtet erscheint das trivial. Dennoch beeinflusst dieser Effekt unsere Lebensentscheidungen. Buchstaben- und Zahlenpräferenzen haben Einfluss darauf, für welche Firma man arbeitet (Anseel & Duyck, 2008) und welche Produkte man bevorzugt einkauft (Hodson & Olson, 2005). Eine gewisse Berühmtheit erlangte dieser Effekt, als man herausfand, dass er auch mitbestimmt, in welcher Stadt man wohnt (Pelham et al., 2002; vgl. aber auch Gallucci, 2003). Zum Beispiel leben mehr Menschen mit dem Namen „Lois“ in St. Louis, als man per Zufall erwarten könnte. Menschen, die am dritten Tag eines Monats geboren sind, leben eher in Städten, die eine „Drei“ im Namen haben (z. B. „Dreilinden“) als in Städten, die andere Zahlennamen enthalten („Fünfeichen“). Zudem beeinflusst dieser Effekt auch, ob jemand ins Gefängnis kommt oder nicht (Kalist & Lee, 2009) und führt unter Umständen sogar zu einer geringeren Lebenserwartung (Abel & Krüger, 2007). Auch für Wahrsager, Astrologen und Numerologen dürfte dieser Effekt interessant sein, erlaubt er ihnen doch bei bekanntem Geburtsdatum Rückschlüsse auf das Verhalten und die Vorlieben ihrer Klienten.

Aus verhaltensanalytischer Sicht handelt es sich bei den bevorzugten Zahlen und Buchstaben um konditionierte Verstärker. Der Anfangsbuchstabe des eigenen Namens und das Geburtsdatum sind bisweilen mit anderen Verstärkern verknüpft, z. B. Geburtstagsgeschenken. Aber auch davon abgesehen ist der Anfangsbuchstabe des eigenen Namens bedeutsam, z. B. wenn wir auf einer alphabetisch sortierten Liste unseren Namen suchen. Finden wir den Namen, wird das Verhalten, den Namen auf der Liste zu suchen, verstärkt und zugleich auch der Anblick der Buchstaben unseres Namens.

Neben dem eigenen Namen und dem Geburtstag sollten auch andere Faktoren Einfluss auf unsere Buchstaben- und Zahlenpräferenzen nehmen. So würde ich als sicher voraussetzen, dass Menschen, die gerne Würfel spielen, auch außerhalb des Würfelspiels die „6“ attraktiver finden als die „1“.

Stieger und Krizan (2013) untersuchten kulturelle Einflüsse auf die Zahlenpräferenz. In sechs Ländern befragten sie insgesamt 657 Versuchspersonen nach deren bevorzugten Zahlen. Dabei fanden sie einen deutlichen Einfluss des in diesem Land üblichen Benotungssystems auf die Zahlenpräferenz. So ist die beste Note in Deutschland und Österreich eine „1“, in Ungarn und Kroatien eine „5“. Die Forscher gaben ihren Versuchspersonen eine Liste von Zahlen und ließen diese auf einer Likert-Skala von 1 („mag ich überhaupt nicht“) bis 7 („mag ich sehr gerne“) bewerten. In den Ländern mit einer „1“ als bester Note wurde die 1 deutlich besser (im Schnitt mit 5,5) beurteilt als in den Ländern, in denen die „1“ die schlechteste Note ist (im Schnitt 4,5). Umgekehrt war die 5 bei den Österreichern eher unbeliebt (durchschnittlicher Skalenwert 4,5), in Ungarn und Kroatien dagegen recht beliebt (im Schnitt 6,0). In den USA, wo die Noten von „A“ bis “F“ gehen, gab es keinen Unterschied in der Beliebtheit von 1 und 5 (5,1 und 5,0 auf der Likert-Skala).

Stieger und Krizan (2013) vermuteten zudem einen Einfluss des Datums, an dem Weihnachten gefeiert wird, auf die Zahlenpräferenz. In einigen Ländern (USA) bekommt man die Geschenke am 25.12., in anderen Ländern am 24.12. In Ländern mit Geschenkübergabe am 24.12. war die 24 beliebter als die 25 (4,89 vs. 4,58). In den Ländern, in denen die Bescherung am 25.12. stattfindet, war dagegen die 25 beliebter als die 24 (4,96 vs. 4,74).

Die Unterschiede in der Beliebtheit der Zahlen waren zwar gering, jedoch allesamt signifikant.

Literatur

Abel, Ernest L. & Kruger, Michael L. (2007). Symbolic significance of initial on longevity. Perceptual and Motor Skills, 104(1), 179-182.

Aneel, Frederik & Duyck, Wouter. (2008). Unconscious applicants: A systematic test of the name-letter effect. Psychological Science, 19(10), 1059-1061. PDF 88 KB

Gallucci, Marcello. (2003). I sell seashells by the seashore and my name is Jack: Comment on Pelham, Mirenberg, and Jones (2002). Journal of Personality and Social Psychology, 85(5), 789-799.

Hodson, Gordon & Olson, James M. (2005). Testing the generality of the name-letter effect: Name initials and everyday attitudes. Personality and Social Psychology Bulletin, 31(8), 1099-1111. PDF 151 KB

Kalist, David E. & Lee, Daniel Y. (2009). First names and crime: Does unpopularity spell trouble? Social Science Quarterly, 90(1), 39-49. PDF 90 KB

Kitayama, Shinobu & Karasawa, Mayumi. (1997). Implicit self-esteem in Japan: Name letters and birthday numbers. Personality and Social Psychology Bulletin, 23(7), 736-742. PDF 1,39 MB

Nuttin, Jozef M. (1985). Narcissism beyond Gestalt and awareness: The name letter effect. European Journal of Social Psychology, 15(3), 353-361. PDF 594 KB

Nuttin, Jozef M. (1987). Affective consequences of mere ownership: The name letter effect in twelve European languages. European Journal of Social Psychology, 17(4), 381-402. PDF 1,49 MB

Pelham, Brett W.; Mirenberg, Matthew C. & Jones, John T. (2002). Why Susie sells seashells by the seashore: Implicit egotism and major life decisions. Journal of Personality and Social Psychology, 82(4), 469-487.

Stieger, Stefan & Krizan, Zlatan. (2013). Cultural influences on number preferences: Christmas and grading system. The Psychological Record, 63(1), 185-192.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Psychologie, Skepsis, Verhaltensanalyse