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Veränderte Rahmenbedingungen führen zu einem veränderten Verhalten der Politiker

Critchield et al. (2003) konnten zeigen, dass das Gesetzgebungsverhalten des US-Kongresses in vielen Punkten dem Verhalten eines Versuchstiers unter einem fixen Intervallplan gleicht. Dies galt zumindest für die Jahre 1948 bis 2000. Critchfield et al. (2015) müssen nun aber feststellen, dass dies seit einigen Jahren nicht mehr zutrifft. Mittlerweile hat die Gesetzgebungsaktivität im US-Kongress ein historisches Tief erreicht. Während bis 1989 im Schnitt jährlich 300 bis 400 Gesetze verabschiedet wurden, sank diese Zahl seitdem. Im Jahr 2013 wurden weniger als 100 Gesetze verabschiedet. Die meisten interessierten US-Bürger empfinden diese Inaktivität als beschämend. Die beiden Parteien des Kongresses blockieren sich gegenseitig. Gesetze scheitern nicht so sehr an der mangelnden Aktivität der Abgeordneten, sondern daran, dass vorbereitete Gesetze entweder gar nicht zur Abstimmung gebracht werden oder aber in der Abstimmung scheitern.

Critchfield et al. (2015) stellen für die Zeit seit 1989 fest, dass nicht nur die Zahl der Gesetze geringer wurde. Auch das bekannte treppenförmige Muster (mit vielen Gesetzen am Ende der Legislaturperiode) verschwindet. Für die beiden Entwicklungen führen sie mehrere Gründe an.

Tatsächlich scheinen die Abgeordneten, gemessen an der Dauer der Sitzungsperiode, nicht weniger, sondern mehr zu arbeiten. Die Zahl an Gesetzen, die eingebracht werden, ging nicht zurück. Vielmehr scheitern diese Gesetze in der Abstimmung. Einen wichtigen Grund für dieses häufigere Scheitern sehen sie in der gestiegenen Bedeutung der Parteien. In den Jahrzehnten zuvor war es oft möglich, Gesetze mit wechselnden Mehrheiten durchzubringen. Seit einigen Jahren sind die Abgeordneten viel stärker an die Parteidisziplin gebunden.

Dies hat wiederum damit zu tun, dass der Prozess der Festlegung der Wahlkreise in den letzten Jahren „optimiert“ wurde. Je nach der Bevölkerungsentwicklung müssen in den USA die Wahlkreise von Zeit zu Zeit neu festgelegt werden. In der Regel wird über diese Festlegungen von den Politikern selbst entschieden. Seit 1991 gibt es entsprechende Software (die in den letzten Jahren nochmals verbessert wurde), die die Interessenvertreter dabei unterstützt. Die Parteien haben ein Interesse daran, dass die Wahlkreise so festgelegt werden, dass sie in möglichst vielen Wahlkreisen relativ sicher immer von der Mehrheit der Wähler gewählt werden. Dies hat dazu geführt, dass die Zahl der Wahlkreise, die noch als ernsthaft umstritten gelten können, 1998 noch bei etwa 170 lag, 2013 dagegen nur noch bei knapp 90. In allen anderen Wahlkreisen ist der Gewinn der Wahl für den Kandidaten einer Partei mehr oder weniger sicher. Dies stärkt wiederum die Rolle der Vorwahlen, bei denen die Kandidaten einer Partei bestimmt werden. An Vorwahlen nimmt allerdings nur ein relativ kleiner Teil der Wahlberechtigten teil. Dabei handelt es sich oft um die eher extrem eingestellten Anhänger einer Partei (z. B. die Anhänger der Tea-Party-Bewegung in der Republikanischen Partei). Tendenziell gewinnen also in beiden Parteien eher die Kandidaten die Vorwahl, die die extremeren Positionen vertreten. Sind diese erst einmal gewählt, werden sie zudem von den Medien viel stärker beobachtet als noch vor 20 oder 30 Jahren. Mittlerweile gibt es das Parlamentsfernsehen, das Internet und die sozialen Medien. Wie ein Abgeordneter abstimmt und wie er sich ansonsten verhält, kann nun viel besser verfolgt werden. Der Abgeordnete wird also eher vermeiden, als kompromissbereit zu erscheinen, da er ja von den tendenziell extremer eingestellten Vorwahl-Teilnehmern wieder aufgestellt werden will. Gesetze werden unter diesen Bedingungen zwar noch eingebracht, oft aber nur, um den Wählern zu zeigen, dass man eine bestimmte Position vertritt, ohne die echte Absicht, dieses Gesetz auch tatsächlich „durchzubringen“.

Eine weitere Entwicklung hat das Aushandeln von Deals zwischen den Parteien erschwert. Inhaltlich ganz unterschiedliche Gesetze konnten früher gebündelt werden, sodass z. B. über den Haushalt einer bestimmten Institution zusammen mit der Förderung einer Baumaßnahme abgestimmt wurde. Dieses Verfahren ist mittlerweile untersagt, sodass über jedes Thema einzeln abgestimmt werden muss und kein Deal mehr möglich ist, der es einem Abgeordneten erlaubt, einer Maßnahme zuzustimmen, die seiner Position widerspricht, weil zugleich über eine Maßnahme abgestimmt wird, die seinen Anhängern nützt.

Auch die Parteienfinanzierung hat sich verändert. Die Gesetze, die verhindern sollen, dass Politiker durch Firmen und große Einzelspender beeinflusst werden, werden seit einigen Jahren unterlaufen, indem Wahl- oder Unterstützungsvereine gegründet werden, die die tatsächlichen Spender verschleiern. Ein Politiker, der auf viele Kleinspender angewiesen ist, muss eher eine moderate Position einnehmen, um möglichst vielen verschiedenen Individuen gerecht zu werden. Stützt sich die Finanzierung dagegen auf wenige Großspender, versucht der Politiker, eher deren, eventuell extremere Einzelmeinung zu unterstützen.

Der treppenförmige Verlauf der Gesetzgebungsaktivitäten tritt deshalb nicht mehr oder kaum mehr auf, weil die Verstärker für den Politiker – die Aufmerksamkeit des Wahlvolks – nicht mehr auf bestimmte Zeiträume beschränkt ist. Die oben genannten Entwicklungen in der Mediennutzung begünstigen dies. Aufgrund dieser ständigen Verbindung zum Wahlvolk ist das demonstrative Verteidigen von Positionen für die Politiker wichtiger geworden als das rationale Aushandeln von Kompromissen und die eigentliche Parlamentsarbeit. Critchfield et al. (2015) tragen den Krümmungsindex der kummulativen Gesetzgebungsaktivität (ein Wert, an dem man das Ausmaß der „Treppenförmigkeit“ erkennen kann) auf der Zeitachse auf und setzen ihn in Bezug zum erstmaligen Auftreten einiger technischer Entwicklungen. Auf bestimmte Innovationen wie z. B. das Kabelfernsehen, das Internet und die sozialen Medien folgt jeweils ein Rückgang des Krümmungsindex.

Die Gesellschaft kann durchaus etwas gegen diese Entwicklung, die der parlamentarischen Demokratie schadet, unternehmen. Der US-Bundesstaat Kalifornien hat 2010 beschlossen, dass die Neuaufteilung der Wahlkreise nicht mehr durch die Politiker, sondern durch unabhängige Experten erfolgen soll. Noch lässt sich die Wirkung dieser Maßnahme auf die Vorwahlen und das Verhalten der Kandidaten nicht abschätzen.

Literatur

Critchfield, Thomas S.; Haley, Rebecca; Sabo, Benjamin; Colbert, Jorie & Macropoulis, Georgette. (2003). A half century of scalloping in the work habits of the United States Congress. Journal of Applied Behavior Analysis, 36(4), 465-486. DOI: 10.1901/jaba.2003.36-465 PDF 178 KB

Critchfield, Thomas S.; Reed, Derek D. & Jarmolowicz, David P. (2015). Historically low productivity by the United States Congress. Snapshot of a reinforcement-contingency system in transition. The Psychological Record, 65(1), 161-176. DOI: 10.1007/s40732-014-0098-8

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Eingeordnet unter Verhaltensanalyse, Verstärkung

Politiker verhalten sich nach Plan

Der Verhaltensanalytiker Joseph V. Brady hatte bereits 1958 darauf hingewiesen, dass das Arbeitsverhalten des US-Kongresses an Verhalten unter einem festen Interfallplan erinnere, bei dem das Ende der Sitzungsperiode und der dann mögliche Kontakt zum Wahlvolk den Verstärker darstelle. Ganz besonders dürfte sich das alle zwei Jahre zeigen, wenn Wahlen anstehen. Nicht nur Zyniker sehen das hauptsächliche Anliegen der Abgeordneten im Streben nach Wiederwahl, so dass diese Annahme nicht ganz abwegig erscheint. Schon eine Arbeit von Weisberg und Waldrop (1972) zeigte, dass die Menge an Gesetzen, die (in den Jahren 1947-1968) vom Kongress verabschiedet wurden, gegen Ende der Sitzungsperiode immer rasant anstieg, um mit Beginn der neuen Sitzungen erst einmal zu ruhen. In einer Grafik (mit den kumulierten Häufigkeiten der verabschiedeten Gesetze) dargestellt, zeigte sich dasselbe treppenförmige Muster, wie wir es von Laborexperimenten kennen, bei denen das Versuchstier auf einem fixen Intervallplan für sein Verhalten verstärkt wird.

Kongress der Vereinigten Staaten

Einer Skinner-Box nicht unähnlich: Der Kongress der Vereinigten Staaten

Critchfield und andere (2003) wiesen nach, dass dies auch für den Zeitrum von 1948 bis 2000 gilt. Sie prüften dabei auch einige Voraussagen, die aus der Hypothese, dass das Arbeitsverhalten der Volksvertreter (in verabschiedeten Gesetzen gemessen) einem festen Intervallplan folge, abgeleitet werden können. Unter anderem kann man aus dieser Hypothese ableiten, dass die Rate des Verhaltens desto schneller wieder ansteigt, je größer der Verstärker ist. Auf die Gesetzgebung übertragen heißt das, dass die Rate der verabschiedeten Gesetze um so schneller ansteigt, je länger die vorausgehende Sitzungspause war (was voraussetzt, dass längere Sitzungspausen größere Verstärker sind, da sie den Abgeordneten mehr Zeit in ihrem Wahlkreis und damit mehr Kontakt zum Wahlvolk ermöglichen). Diese und die drei anderen Voraussagen konnten in einer statistischen Analyse der Daten bestätigt werden.Critchfield und seine Kollegen prüften auch einige Alternativhypothesen, so z. B. ob es nicht einfach die Arbeitslast während der Sitzungsperiode sei, die zur hektischen Aktivität gegen Ende der Sitzungsperiode führe oder ob die Gesetze einfach nur so lange Vorbereitung benötigten, um letztendlich gegen Ende der Sitzungsperiode verabschiedet werden zu können. Für diese und einige andere Alternativerklärungen für das treppenförmige Muster der Anzahl der verabschiedeten Gesetze ergaben sich keine Belege. Zum Beispiel fanden Critchfield et al., dass die Menge an Vorbereitung für die Gesetze (gemessen über die Aktivität von Ausschüssen und Unterausschüssen) sogar in negativer Beziehung zum Ausmaß der „Torschlussaktivitäten“ standen, d. h., je mehr während der Sitzungsperiode in den Ausschüssen gearbeitet wurde, desto geringer war die Anzahl der kurz vor Schluss verabschiedeten Gesetze. Es scheint, dass die Volksvertreter ihre Zeit zu Beginn der Sitzungsperioden eher mit anderen als Gesetzgebungsaktivitäten (und deren Vorbereitung) verbrachten, z. B. mit innerparteilicher Profilierung (wofür Critchfield et al. einige Anhaltspunkte fanden).Alles in allem scheint die Annahme, das Verhalten der Abgeordneten unterläge einen fixen Intervallplan mit der Sitzungspause (und den Wahlen) als Verstärker, der Realität recht nahe zu kommen. Allerdings erreicht das Muster, das die Gesetzgebungsaktivitäten zeigen, nicht die Regelmäßigkeit, die wir aus den Laborexperimenten kennen. Wie immer gibt es in der Realität viele verschiedene Kontingenzen, die auf das Verhalten der Abgeordneten einwirken. Auch für einen Volksvertreter gibt es andere Verstärker als die Wiederwahl und andere Verhaltensweisen als die Verabschiedung von Gesetzen.Literatur:

Critchfield, Thomas S.; Haley, Rebecca; Sabo, Benjamin; Colbert, Jorie & Macropoulis, Georgette. (2003). A half century of scalloping in the work habits of the United States Congress. Journal of Applied Behavior Analysis, 36(4), 465-486. DOI: 10.1901/jaba.2003.36-465 PDF 178 KB

Weisberg, Paul & Waldrop, Phillip B. (1972). Fixed-interval work habits of Congress. Journal of Applied Behavior Analysis, 5(1), 93-97. DOI: 10.1901/jaba.1972.5-93 PDF 516 KB

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Eingeordnet unter Verhaltensanalyse, Verstärkung

Hunde ziehen Futter dem Gestreichelt-Werden vor – Fast immer

Manchmal ist Gestreichelt-Werden doch besser als Futter: Wenn der Hund satt ist und verunsichert.

Feuerbacher und Wynne (ich berichtete hier) gingen nochmals (2014) der Frage nach, ob und unter welchen Umständen Hunde das Gestreichelt-Werden dem Futter vorziehen. Sie untersuchten sowohl Hunde, die einen Besitzer hatten als auch Tierheimhunde, in vertrauten und unvertrauten Umgebungen. Die Hunde waren zum Teil eine Weile von ihren Besitzern getrennt gewesen (sozial depriviert), zum Teil hatten sie einige Zeit nichts zu essen bekommen (nahrungsdepriviert). In den verschiedenen Versuchen wurden die Hunde jeweils mit zwei Menschen konfrontiert, die auf Stühlen saßen und die Hunde entweder kraulten oder ihnen kleine Futterbissen gaben. Das Futter wurde anfangs immer bei jedem Kontakt (kontinuierlich), später nach und nach seltener (intermittierend) und zuletzt gar nicht mehr (auf Extinktion) gegeben.

Alles in allem zogen die Hunde das Futter dem Gekrault-Werden vor. Es gab einige Ausnahmen. Hunde, die mit ihrem Besitzer in einer unvertrauten Umgebung waren, zogen bisweilen das Gekrault-Werden durch den Besitzer dem Futter (das von einem Fremden gegeben wurde) vor. Dies galt besonders dann, wenn Hund und Besitzer zuvor kurz getrennt worden waren. Hunde aus Tierheimen hatten eine vergleichsweise hohe Präferenz fürs Gestreichelt-Werden. In den meisten Situationen gingen die Hunde anfangs vorzugsweise zu demjenigen Menschen, der das Futter anbot, dies kippte aber, sobald dieser Mensch immer seltener (intermittierend) Futter gab, spätestens aber, wenn er gar kein Futter mehr anbot. Hunde, die in ihrer vertrauten Umgebung nur mit fremden Menschen konfrontiert wurden, gingen jedoch selbst dann noch ausschließlich zu dem Menschen, der Futter anbot (und nicht zu dem, der sie kraulte), wenn dieser Mensch gar kein Futter mehr herausgab (der Mensch hatte aber immer noch einen Beutel mit Futter bei sich). War der Hund von Futter depriviert, überlagerte dies alle anderen Variablen: Unabhängig von der Situation und den beteiligten Personen ging der Hund dann immer zu dem Menschen mit dem Futter.

Literatur

Feuerbacher, Erica N. & Wynne, Clive D. L. (2012). Relative efficacy of human social interaction and food as reinforcers for domestic dogs and hand-reared wolves. Journal of the Experimental Analysis of Behavior, 98(1), 105-129. PDF 2,08 MB

Feuerbacher, Erica N. & Wynne, Clive D. L. (2014). Most domestic dogs (canis lupus familiaris) prefer food to petting. Population, context, and schedule effects in concurrent choice. Journal of the Experimental Analysis of Behavior, 101(3), 385-405.

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Wahn als Verhaltensrigidität

Der Wahn des Schizophrenen wird aufrechterhalten, obwohl er in der Realität keine Bestätigung findet. Die Anfälligkeit für wahnhafte Vorstellungen gleicht einer erhöhten Anfälligkeit für die Bestätigungstendenz. Habe ich bspw. die Überzeugung, dass andere Menschen meine Gedanken lesen können, wenn sie mir in die Augen schauen, wird diese Überzeugung aufrechterhalten, in dem ich Gelegenheiten zur Widerlegung dieser Hypothese vermeide (denn ich vermeide möglichst, dass jemand mir in die Augen schaut) und bestätigende Belege produziere (ich interpretiere Situationen so, dass sie die Hypothese zu bestätigen scheinen). Die Ursache der erhöhten Bestätigungstendenz des Schizophrenen könnte wiederum das starrere Befolgen von Regeln sein. Wenn man bspw. einer Versuchspersonen eine Regel vorgibt, wie sie durch das Drücken von Knöpfen möglichst viele Punkte erhält, wird diese Person länger an der Regel (und dem dann falschen Verhalten) festhalten, wenn man späterhin die Verstärkungskontingenzen ändert. Regelgeleitetes Verhalten macht unsensibel für die Veränderungen der Umwelt. Monestès et al. (2014) untersuchten bei 17 schizophrenen Patienten und 30 gesunden anderen Versuchspersonen, ob sich das Vorgeben einer Regel auf die spätere Verhaltensrigidität auswirkt und ob es einen Unterschied im starren Festhalten an der Regel zwischen den schizophrenen und den gesunden Versuchspersonen gibt. Zudem wollten sie wissen, ob eine selbstformulierte Regel zu mehr Starrheit im Verhalten führt als eine vorgegebene Regel.

Die Versuchspersonen sollten an einem PC durch das Drücken der Leertaste Punkte verdienen. Auf dem Monitor waren zwei Schalter abgebildet, die wechselweise aktiviert (farblich hervorgehoben) waren. Durch das Drücken der Leertaste wurde der jeweils aktivierte Schalter betätigt. Dabei mussten die Schalter unterschiedlich schnell gedrückt werden, um möglichst viele Punkte zu erhalten. In der Ausgangsituation musste man beispielsweise den linken Schalter so schnell wie möglich und den rechten Schalter mit langsamerem Tempo betätigen, um möglichst viele Punkte zu bekommen.

Zunächst wurde in einem Versuchsdurchlauf getestet, wie lange die Versuchspersonen benötigten, um die optimale Geschwindigkeit für das Tastendrücken herauszufinden (wie lange sie benötigten, um sich an einen Verstärkungsplan anzupassen). Sowohl die schizophrenen als auch die gesunden Versuchspersonen wurden sodann auf drei Gruppen aufgeteilt. Der erste Gruppe (mit Instruktion, MI) wurde die Regel am Beginn des Experiments mitgeteilt. Die beiden anderen Gruppen bekamen keine weiteren Instruktionen, außer, dass sie durch das Drücken der Tasten Punkte verdienen sollten. Nach einer ersten Phase des Experiments wurde nun die zweite Gruppe (Selbstinstruktion, SI) gebeten, eine Regel zu formulieren, nach der ihres Erachtens die Schalter funktionierten („Um so viele Punkte wie möglich zu verdienen, muss man den linken Schalter…“). Diese, die erste (MI) und die dritte Gruppe (ohne Instruktion, WI) arbeiteten nach einer Pause weiter. Nun aber änderte sich die Regel (ohne dass dies den Versuchspersonen mitgeteilt wurde). Gemessen wurde nun, wie schnell sich die Versuchspersonen an die neue Regel anpassen konnten.

Die Ergebnisse bestätigten, dass die Versuchspersonen, die eine Regel (ob vorgeben, MI, oder selbstformuliert) nutzten, länger brauchten, um sich an die veränderten Kontingenzen anzupassen. Dabei fiel es den schizophrenen Patienten, die eine Regel hatten, schwerer als den gesunden Versuchspersonen (die auch eine Regel hatten), sich an die veränderten Umständen anzupassen. Keinen Unterschied gab es zwischen den Gruppen, die eine vorgegebene Regel (MI) und denen, die eine selbstformulierte Regel (SI) nutzten.

Literatur

Monestés, Jean-Louis; Villatte, Matthieu; Stewart, Ian & Loas, Gwenolé. (2014). Rule-based insensitivity and delusion maintenance in schizophrenia. The Psychological Record, 64(2), 329-338.

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