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Knapp daneben ist nicht für alle Menschen auch vorbei – Der Near-Miss-Effect

Verschiedene Studien zeigen, dass 1 % bis 3 % der Bevölkerung die Kriterien für eine Spielsucht erfüllen (Petry, 2005). Weitere Studien zeigen, dass das problematische Spielverhalten sich bereits im Alter von neun bis zehn Jahren abzeichnet (Jacobs, 2000). Bei der Untersuchung des Verhaltens von Menschen mit Spielsucht zeigt sich, dass die Reize und die Veränderungen der Reizsituation, die zusammen mit dem Gewinnen beim Spielen auftreten, zu sekundären oder konditionierten Verstärkern werden können. Diese wiederum erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass wieder gespielt wird (Foxall & Sigurdsson, 2012). Hinzu kommt der Umstand, dass diese Reize auch auf andere Situationen generalisieren. Situationen, die der Situation beim Gewinnen nur ähneln, können Verstärkerqualitäten annehmen. Dies ist aus verhaltenstheoretischer Sicht der Hintergrund des Near-Miss-Effects (etwa: „Knapp-Daneben-Effekt“). Von der kognitiven Psychologie wird dieser Effekt als ein Denkfehler interpretiert, der auf dem Glauben beruht, dass Spielergebnisse, die optisch nahe an einem Gewinn liegen, andeuten, dass bald ein Gewinn kommen wird (Reid, 1986). Bei Menschen mit Spielsucht scheint dieser Effekt stärker ausgeprägt zu sein als bei Menschen, die kein problematisches Spielverhalten zeigen. Neuropsychologische Untersuchungen konnten zeigen, dass die Gehirnaktivität von Spielsüchtigen beim knappen Verfehlen eines Gewinns der Gehirnaktivität beim Gewinnen gleicht (Habib & Dixon, 2010).

Aus therapeutischer Sicht ist der Near-Miss-Effect problematisch, da er dazu beiträgt, das problematische Spielverhalten aufrecht zu erhalten. Zlomke und Dixon (2006) zeigten, dass man diesen Effekt dadurch abmildern kann, dass man die Farbe der beim Spiel verwendeten Symbole verändert und indem die Spieler ein Diskriminationstraining durchlaufen, bei dem sie lernen, die Beinahe-Gewinne und die Gewinne besser zu unterscheiden.

Dixon, Nastally, Jackson und Habib (2009) setzten diese Bemühungen fort. Zehn von 16 Versuchspersonen lernten durch ein Diskriminationstraining den Near-Miss-Effect zu unterdrücken. Dabei nutzten Dixon et al. (2009) ein sprachgestütztes Training, in dem die Probanden lernten, die richtigen sprachlichen Zuordnungen zu Gewinnen und Verlusten vorzunehmen und dass ein Beinahe-Treffer eben ein Verlust und kein Gewinn ist. Die Studie stützt die Annahme, dass der Near-Miss-Effect keine Persönlichkeitseigenschaft des Spielers ist, sondern eine sprachliche Zuordnung, die bei vielen Menschen relativ leicht geändert werden kann.

Dixon, Whiting und King (2016) konnten nachweisen, dass der Near-Miss-Effect bereits bei Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren auftritt. Die Versuchspersonen spielten an einem Automaten, der ohnehin in einer Spielhalle für Kinder stand. Die Kinder sollten angeben, „wie sehr“ ihr Spielergebnis ein Gewinn oder ein Verlust war. Spielergebnisse, die dem Spielergebnis bei einem Gewinn ähnelten (wenn z. B. der Ball in diesem Spiel knapp links oder rechts neben dem Ziel landete), bewerteten die Kinder subjektiv als signifikant einem Gewinn ähnlicher als ein Spielergebnis, das dem Spielergebnis bei einem Gewinn unähnlich war.

Das Ergebnis dieser Studie belegt das Vorhandensein eines Near-Miss-Effects bereits in der Kindheit. Dies gibt einen Hinweis darauf, dass die Prävention von Spielsucht bereits frühzeitig ansetzen sollte. Trainings wie das von Dixon et al. (2009) bieten sich hier an.

Literatur

Dixon, M. R.; Nastally, B. L.; Jackson, J. E. & Habib, R. (2009). Altering the near-miss effect in slot machine gamblers. Journal of Applied Behavior Analysis, 42(4), 913-918.

Dixon, M. R.; Whiting, S. W. & King, A. M. (2016). An Examination of the Near Miss in Gambling-Like Behavior of Children. The Psychological REcord, 66(1), 99-107.

Foxall, G. R. & Sigurdsson, V. (2012). When loss rewards: The near-miss effect in slot machine gambling. Analysis of Gambling Behavior, 6(1), 5-22.

Habib, R. & Dixon, M. R. (2010). Neurobehavioral Evidence for the “Near-Miss” Effect in Pathological Gamblers. Journal of the Experimental Analysis of Behavior, 93(3), 313-328.

Jacobs, D. F. (2000). Juvenile Gambling in North America: An Analysis of Long Term Trends and Future Prospects. Journal of Gambling Studies, 16(2), 119-152.

Petry, N. M. (2005). Pathological gambling : Etiology, comorbidity, and treatment (1st). Washington, DC: American Psychological Association.

Reid, R. L. (1986). The psychology of the near miss. Journal of gambling behavior, 2(1), 32-39.

Zlomke, K. R. & Dixon, M. R. (2006). Modification of Slot-Machine Preferences through the Use of a Conditional Discrimination Paradigm. Journal of Applied Behavior Analysis, 39(3), 351-361.

 

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Tauben erkennen sich selbst im Spiegel

Auf Gallup (1970) geht der Spiegeltest (Markierungstest) zurück. Sich selbst im Spiegel zu erkennen, gilt als eine höhere Bewusstseinsleistung. Beim Spiegeltest wird an einer Stelle des Körpers, die das Tier (oder Kind) nicht sehen kann (beim Kind z. B. im Gesicht) und von diesem unbemerkt, eine Markierung angebracht (z. B. ein roter Fleck). Wenn das Kind oder Tier beim eigenen Anblick im Spiegel auf diese Markierung reagiert (z. B. versucht, sie sich wegzuwischen), hat es den Spiegeltest bestanden und damit Selbst-Bewusstsein demonstriert. Menschliche Kinder ab einem Alter von etwa zwei Jahren bestehen den Spiegeltest regelmäßig. Aber auch bestimmte Tierarten konnten den Spiegeltest erfolgreich absolvieren, darunter die großen Menschenaffen, möglicherweise auch Kapuzineräffchen. Bei den Vögeln zeigen Elstern das richtige Verhalten, Krähen und Dohlen dagegen bestehen den Test nicht zuverlässig. Gemeinhin werden phylogenetische Unterschied zwischen den Arten als Grund für das erfolgreiche und nicht-erfolgreiche Bestehen des Spiegeltests angeführt.

Epstein, Lanza und Skinner (1981) berichteten von erfolgreichen Spiegeltests mit Tauben, nachdem diese explizit darauf trainiert worden waren. Die Tauben lernten zunächst, nach einem Punkt zu picken der für sie sichtbar am Körper angebracht war. Zudem lernten sie, mittels eines Spiegels einen Punkt zu finden, den sie ohne Spiegel nicht sehen konnten. Im Experiment von Epstein et al. (1981) gelang es den Tauben, diese beiden Teilfertigkeiten anschließend im Spiegeltest zu integrieren und nach den am eigenen Körper, für sie nur im Spiegel sichtbaren Punkten zu picken.

Zwei andere, unveröffentlichte Studien (Gelhard et al., 1982; Thompson & Contie, 1986), über die in einem Buchkapitel berichtet wird (Thompson & Contie, 1994), konnten die Ergebnisse von Epstein et al. (1981) nicht replizieren. Über die Versuche werden jedoch nur wenige Details berichtet, sodass es schwer fällt, den Grund für das Scheitern der Versuche zu bestimmen. Die Tauben von Epstein et al. (1981) waren erfahrene Versuchstiere, die bereits in vielen Experimenten zum operanten Konditionieren eingesetzt worden waren. Die Tauben in den gescheiterten Versuchen waren dagegen relativ naiv. Zwei andere unveröffentlichte Studien (Cardinal et al., 1999; Christensen et al., 2004) berichten davon, dass die verwendeten Tauben den Spiegeltest bestanden hatten, doch werden auch hier zu wenige Details berichtet, als dass belastbaren Schlussfolgerungen möglich wären.

Uchino und Watanabe (2014) trainierten zwei Tauben, die bereits seit längerem als Versuchstiere dienten. Die Tauben trugen einen grauen Kragen, der verhinderte, dass sie einen bestimmten Bereich unter ihrer Brust sehen konnten. Zudem trugen sie eine Art Strumpf über dem Körper, auf dem später die Punkte angebracht wurden. Der Strumpf sollte verhindern, dass die Taube durch die Berührung beim Anbringen des Punktes „wissen“ konnte, wo sich der Punkt befand. In der ersten Phase des Experiments lernten die Tauben, auf eine blaue Markierung zu picken, die sich an der Stirnseite des Versuchskäfigs befand. In der zweiten Phase wurden sie trainiert, auf einen blauen Punkt an ihrem eigenen Körper zu picken. Der Punkt war an der Schulter, dem Flügel oder einer anderen Stelle des Körpers angebracht, die von der Taube trotz des Kragens eingesehen werden konnten. Diese Markierung wurde im Lauf dieser Phase mehrfach immer wieder an anderen Stellen des Körpers angebracht. In der dritten Phase wurde an der hinteren Seite des Käfigs ein Spiegel angebracht. An der Vorderseite befanden sich zwei Schalter. Wenn die Taube sich im Käfig nach hinten orientierte und in den Spiegel sah, war einer der beiden Schalter kurz erleuchtet. Sobald die Taube sich umdrehte, waren die Schalter wieder dunkel. Nur wenn die Taube dann auf den zuvor erleuchteten Schalter, den sie im Spiegel gesehen hatte, pickte, erhielt sie Futter. Diese drei Phasen des Versuches wurden mehrfach wiederholt, sodass die Tauben in den Teilfertigkeiten des Spiegeltests gut trainiert waren.

Anschließend absolvierten die Tauben den Spiegeltest. Siebenmal war dabei der Spiegel frei, siebenmal war er umgedreht, sodass die Taube ihn nicht nutzen konnte. Die Tauben erhielten während des Tests keine Verstärker. Während jedes Versuchsdurchgangs befand sich ein blauer Punkt direkt unterhalb des grauen Kragens auf dem Strumpf, den die Taube trug, in dem Bereich, den die Taube nicht einsehen konnte. Die Forscher nahmen die Spiegeltest mit Video auf und ließen das Verhalten der Tauben durch unabhängige Beobachter auswerten. Die Tauben zeigten während der Testphase die unterschiedlichsten Verhaltensweisen, darunter auch viele „normale“, taubentypische Verhaltensweisen (wie das Scharren, Flügelschlagen usw.), die mit dem Experiment nichts zu tun hatten. Alle diese Verhaltensweisen zeigten die Tauben unabhängig davon, ob der Spiegel zu sehen war oder nicht, etwa gleich häufig. Einzig bei zwei Verhaltensweisen gab es Unterschied zwischen den Tests, bei denen der Spiegel zur Verfügung stand und bei denen er umgedreht war: Die Tauben beugten sich insgesamt 21 (Taube 1) und 39mal (Taube 2) nach dem Punkt und sie pickten fünf (Taube 1) und neunmal (Taube 2) nach dem Punkt, den sie nur mit Hilfe des Spiegels sehen konnten – nur dann, wenn der Spiegel zur Verfügung stand. War der Spiegel nicht vorhanden, beugten sich die Tauben kein einziges Mal nach dem Punkt und sie pickten auch nicht danach. Der Versuch wurde dadurch etwas verfälscht, dass der Kragen mehrmals über den Punkt rutschte, wenn die Taube sich vorbeugte, um auf den im Spiegel gesehenen Punkt zu picken. Ansonsten wären vermutlich noch deutlich mehr „Picks“ auf den Punkt zu verzeichnen gewesen.

Warum funktionierte der Versuch bei Uchino und Watanabe (2014), nicht aber in einigen anderen Fällen zuvor? – Die Tauben von Uchino und Watanabe (2014) waren erfahren Versuchstiere. Interessant ist der Umstand, dass Taube 1, die die etwas schlechteren Ergebnisse erzielte, die weniger erfahrene Versuchstaube war. Das Training zur Vorbereitung des Spiegeltest war bei Uchino und Watanabe (2014) sehr intensiv. Die Tauben konnten die Teilfertigkeiten des Spiegeltest ausgiebig üben, ehe im eigentlichen Test ihre „Transferleistung“ gefragt war. Andere Autoren gingen davon aus, dass die Deutlichkeit der Markierung für den Erfolg beim Spiegeltest von Bedeutung ist. Das intensive Training, so Uchino und Watanabe (2014), könnte das deutliche Erkennen der Markierung begünstigt haben.

Toda und Watanabe (2008) brachten Tauben bei, zwischen Videoaufnahmen, die sie selbst „live“ zeigten und anderen Videos zu unterscheiden. Später zeigten sie den Tauben zeitlich leicht versetzte Videoaufnahmen von sich selbst. Auch jetzt gelang es den Tauben, diese Aufnahmen von anderen Aufnahmen zu unterscheiden. Je größer jedoch die Zeitverzögerung der Videoaufnahmen war, desto schlechter wurde die Diskriminationsleistung der Tauben. Uchino und Watanabe (2014) vermuten daher, dass die „Selbst-Erkenntnis“ der Tauben im Spiegeltest durch die zeitliche Kontiguität des eigenen Verhaltens und des Verhaltens im Spiegel begünstigt wird.

Tauben bewältigen Aufgaben, bei denen sie ein Exemplar dem Muster zuordnen müssen (matching to sample). Dazu sind sie über viele Variationen hinweg, generalisiert in der Lage. Auch das Konzept der Symmetrie scheint ihnen zugänglich. Im Spiegeltest müssen die Tauben ein Exemplar (den Punkt, den sie im Spiegel sehen) einem Muster (dem Punkt am eigenen Körper) zuordnen.

Wieder einmal (vgl. auch Watanabe et al., 1995) stellen Tauben unter Beweis, dass auch sie, die richtigen Bedingungen in der Umwelt und entsprechendes Training vorausgesetzt, in der Lage sind, hochkomplexe, scheinbar „kognitive“ Leistungen zu vollbringen. Angesichts der geringen Größe des Taubenhirns sollte das einigen kognitiven Neurowissenschaftlern zu denken geben.

Videoclips des Versuchs finden Sie hier.

Literatur

Cardinal, C. D.; Allan, R. W. & DeLabar, J. S. (1999). Self-recognition in the pigeon: A replication and controls. Paper presented at the Annual Meeting of the Association for Behavior Analysis, Chicago, IL.

Christensen, C. J.; Sanders, R. B. & Cheney, C. D. (2004). Self-recognition in the pigeon: An objective model for learning through experience. Poster presented at the Annual Meeting of the California Association for Behavior Analysis, San Francisco, CA.

Epstein, R.; Lanza, R. P. & Skinner, B. F. (1981). “Self-awareness” in the pigeon. Science, 212(4495), 695-696. doi:10.1126/science.212.4495.695.

Gallup, G. G. (1970). Chimpanzees: self-recognition. Science, 167(3914), 86-87. doi:10.1126/science.167.3914.86.

Gelhard, B. S.; Wohlman, S. H. & Thompson, R. K. R. (1982). Self-recognition in the pigeon: a second look. Paper presented at the Northeast Regional Meeting of the Animal Behavior Society.

Thompson, R. K. R. & Contie, C. (1986). Further reflections on mirror usage by pigeons. Paper presented at the Annual Meeting of the Psychonomic Society, New Orleans.

Thompson, R. K. R. & Contie, C. (1994). Further reflections on mirror-usage by pigeons: lessons learned from Winnie-the-Pooh and Pinnochio too. In S. T. Parker, R. W. Mitchell, & M. L. Boccia (Eds.), Self-recognition in animals and humans: developmental perspectives (pp. 392-409). Cambridge: Cambridge University Press.

Toda, K. & Watanabe, S. (2008). Discrimination of moving video images of self by pigeons (Columba livia). Animal Cognition, 11(4), 699-705. DOI: 10.1007/s10071-008-0161-4

Uchino, E. & Watanabe, S. (2014). Self-recognition in pigeons revisited. Journal of the Experimental Analysis of Behavior, 102(3), 327-334. doi: 10.1002/jeab.112

Watanabe, S.; Sakamoto, J. & Wakita, M. (1995). Pigeons‘ discrimination of paintings by Monet and Picasso. Journal of the Experimental Analysis of Behavior, 63(2), 165-174. doi: 10.1901/jeab.1995.63-165 PDF, 1,25 MB

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Halte die Küche sauber und ordentlich!

Hinweise und Zeichen, sogenannte Prompts, sollen ein Verhalten auslösen, sie wirken aber selten lange anhaltend. Rubio und Sigurdsson (2014) testen die Wirkung verschiedener Hinweisschilder auf die Ordnung in der Teeküche der Angestellten einer Klinik. Die 23 Mitarbeiter hatten in der Teeküche eine Spüle, in der sie benutztes Geschirr säubern konnten. Eigentlich sollte jeder Beschäftigte sein Geschirr selbst spülen, abtrocknen und dann in den Schrank räumen. Oft aber stellten die Mitarbeiter ihr dreckiges Geschirr nur in die Spüle, oft spülten sie es nur und ließen es neben der Spüle stehen, manchmal war dabei dreckiges und gespültes Geschirr gemischt (was besonders ärgerlich ist).

Die Forscher beobachteten zunächst über neun Tage hinweg (zu zufällig ausgewählten Zeitpunkten), wie viele Geschirrteile falsch einsortiert waren (also nicht sauber im Schrank standen). Dies waren im Schnitt 18 Teile. Anschließend befestigten sie ein Schild (ein „witziges“ Schild) direkt an der Wand bei der Spüle in Augenhöhe (sodass es von jedem, der sein Geschirr dort abstellte, gesehen werden musste). Auf dem Schild stand „Würde deine Mutter es gut finden, wenn du so eine Unordnung hinterlässt? Bitte denk daran, dein Geschirr wegzuräumen!“. Zusätzlich war auf dem Bild eine Frau abgebildet, die mit dem Finger auf den Betrachter zeigte. In den folgenden vier Tagen sank die Zahl der falsch einsortierten Geschirrteile auf durchschnittlich 1,8. Danach wurde das Schild vier Tage lang entfernt, im Schnitt standen wieder 17 Geschirrteile falsch. Das „witzige“ Schild wurde wieder für sechs Tage angebracht, die Zahl der fehlsortierten Teile sank wieder auf 3,2. Erneut wurde das Schild entfernt, sieben Tage lang standen im Schnitt 20,7 Teile an der Spüle statt im Schrank. Nun brachten die Forscher für fünf Tage ein „neutrales“ Schild an. Auf dem Schild stand schlicht „Bitte denke daran, dein Geschirr zu waschen und in den Schrank zu stellen. Danke!“. Nun standen im Schnitt 4,4 Teile falsch. Das Entfernen des Schildes für sechs Tage führte zu einem Anstieg der falsch stehenden Geschirrteile auf 15,2. Das neutrale Schild wurde wieder angebracht. In den folgenden 15 Tagen zählte man im Schnitt 5,5 Teile, die an oder in der Spüle statt im Schrank standen. Das neutrale Schild blieb nun hängen. Vier Monate später zählten die Forscher für drei Tage das Geschirr an der Spüle. Im Schnitt waren 3,6 Teile falsch einsortiert.

Rubio und Sigurdsson (2014) fragten anschließend die Mitarbeiter, wie sie die Schilder fanden. Die Mitarbeiter fanden die Schilder an sich in Ordnung, bevorzugten aber das neutrale Schild. Das „witzige“ Schild wurde als „bevormundend“ und „herablassend“ empfunden. Sie äußerten dabei auch, dass keines der Schilder ihnen dabei geholfen habe, ordentlicher zu sein (die Zahlen aus den Beobachtungen sprechen eine andere Sprache!).

Bemerkenswert ist die anscheinend lang anhaltende Wirkung des zuletzt aufgehängten neutralen Schildes. Solche Prompts verlieren normalerweise mit der Zeit an Wirkung, wenn sie nicht mit einer Konsequenz verbunden sind. Verbotsschilder im Straßenverkehr, die nicht mit gelegentlichen Kontrollen der Polizei verbunden sind, werden über kurz oder lang nicht beachtet. Rubio und Sigurdsson (2014) vermuten, dass negative Verstärkung am Werk war: Die Mitarbeiter räumten schließlich das Geschirr auf, weil sie aufgrund der Schilder vermuteten, dass ihnen jemand negatives Feedback geben würde, wenn sie es nicht täten. Ich vermute eher, dass die durch das Prompt angestoßene Verhaltensänderung zu einer natürlichen Verstärkung führte, die das Verhalten langfristig aufrechterhielt. Der Anblick einer aufgeräumten Küche kann m. E. tatsächlich die Qualität eines Verstärkers annehmen. Schließlich profitierten alle Mitarbeiter davon, dass das Geschirr aufgeräumt und sauber im Schrank stand. Das Verhalten des Spülens und Aufräumens wurde so, nachdem es einmal von fast allen Mitarbeitern fast immer gezeigt wurde, aufgrund seiner natürlichen Konsequenzen aufrechterhalten.

Literatur

Rubio, Emily K. & Sigurdsson, Sigurdur O. (2014). Sustained effects of a visual prompt on dish storage in a hospital unit. Journal of Applied Behavior Analysis, 47(4), 845-849. doi: 10.1002/jaba.161

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Fast-Food-Lokale aufsuchen und nicht mit Geld umgehen können

Es scheint manchmal so als ob die Menschen Geld ausgeben, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Was in den USA schon gang und gäbe ist – das Kaufen auf Raten, statt zu sparen, bis man sich etwas leisten kann – wird auch bei uns immer üblicher. In der Folge überschulden sich die Haushalte. Man würde gerne von der Regierung etwas anderes behaupten – aber auch die macht lieber weiter Schulden, nur um das Geld weiterhin mit vollen Händen ausgeben zu können.

Diese „finanzielle Ungeduld“ hat etwas mit der Impulsivität und dem Phänomen der Verstärkerabwertung zu tun (vgl. meinen ausführlichen Artikel dazu): Verstärker, auf die man lange warten muss, werden weniger wert. Vor die Wahl gestellt, jetzt 90 Euro oder in zehn Jahren 100 Euro zu bekommen, wird wohl fast jeder lieber jetzt die 90 Euro nehmen. Wenn man aber den Unterschied zwischen den Beträgen und die Zeitspanne variiert, ergeben sich Unterschiede zwischen den Menschen: Das Ausmaß der Verstärkerabwertung ist nicht immer gleich. Drogenabhängige werten Verstärker, die sie erst in der Zukunft erhalten, stärker ab als Menschen, die keine Drogen nehmen (vgl. Critchfield & Kollins, 2001). Aber auch die Situation, in der man sich befindet, hat Einfluss darauf, wie sehr man zukünftige Belohnungen abwertet und stattdessen unmittelbare Bedürfnisbefriedigung bevorzugt. So hatten die Menschen im Polen der Nach-Wendezeit – als die Inflation hoch war – eine stärker ausgeprägte Verstärkerabwertung. Interessanterweise galt dies nicht nur für Geld (das wäre ja banal), sondern auch für viele andere Verstärker. Als sich die Lage in Polen beruhigte, ging auch das Ausmaß der Verstärkerabwertung bei den Polen zurück (Ostaszewski et al., 1998).

DeVoe et al. (2013) entdeckten einen weiteren Zusammenhang, nämlich den zwischen der finanziellen Ungeduld, dem Ausmaß der Verstärkerabwertung und der Anwesenheit von Fast-Food-Lokalen. Sie führten mehrere Studien durch.

  1. Sie stellten für die Industrienationen fest, dass in den letzten 30 Jahren die Verbreitung von Fast-Food-Lokalen mit der Sparquote negativ korreliert: Je mehr Fast-Food-Lokale es gab, desto geringer war die Sparquote.
  2. Auf lokaler Ebene zeigte sich, dass die Haushalte in denjenigen Stadtteilen, in denen es im Verhältnis zu normalen Restaurants die meisten Fast-Food-Lokale gibt, die geringste Sparquote hatten: Je höher der relative Anteil an Fast-Food-Lokalen in einem Viertel, desto weniger Geld legten die Bewohner im Schnitt auf die hohe Kante.
  3. Dies zeigte sich auch, wenn man die Verstärkerabwertung bei Geld untersuchte: Je höher der Anteil der Fast-Food-Lokale in der Wohngegend der Versuchsperson, desto höher ihre Verstärkerabwertung.
  4. DeVoe et al. (2013) baten ihre Versuchspersonen in einer weiteren Studie, sich an ihren letzten Besuch in einem Fast-Food-Lokal zu erinnern, anschließend sollten sie eine Aufgabe zur Verstärkerabwertung bearbeiten. Die gemessene Verstärkerabwertung war hier höher als wenn sich die Versuchsperson zuvor an ihren letzten Besuch in einem Restaurant erinnern sollte.
  5. Zuletzt baten die Autoren Passanten in einer Straße, Fragen zur Verstärkerabwertung zu beantworten. Standen die Passanten vor einem Fast-Food-Lokal, war ihre Verstärkerabwertung größer als wenn sie vor einem richtigen Restaurant standen.

Der letzte Befund deckt sich mit früheren Erkenntnissen, dass die Menschen ungeduldiger sind, wenn sie das Markenzeichen eines Fast-Food-Lokals sehen (Oishi & Graham, 2010). Menschen, die vor sich das Bild einer Bibliothek sehen, sprechen dagegen automatisch leiser (Aarts & Dijksterhuis, 2003). Hinweisreize wie diese zeigen an, welches Verhalten erwünscht ist. Wenn ich in einer Bibliothek bin, wird Leise-Sprechen gutgeheißen und lautes Sprechen bestraft (missbilligt). Wenn ich in einem Fast-Food-Lokal bin, wird langsames Kalkulieren, wie viel Geld ich für mein Essen ausgeben will, bestraft. Die Person hinterm Schalter und die Menschen in der Schlange hinter mir missbilligen es. Schnelles Entscheiden dagegen wird gutgeheißen. So könnte die Anwesenheit von Fast-Food-Lokalen allgemein ein Hinweisreiz sein, sich schneller und impulsiver zu verhalten.

Für die Befunde in den ersten Studien – über den Zusammenhang von Sparquoten und dem Anteil von Fast-Food-Lokalen – bieten sich andere Erklärungen an. Eine Moderatorvariable könnte der sozioökonomische Status in einer Gegend sein: Wo die Leute weniger Geld haben, gibt es weniger schicke Restaurants und mehr Fast-Food-Lokale. Auch der erste Befund, dass die Zahl der Fast-Food-Lokale im gleichen Ausmaß wuchs wie die finanzielle Ungeduld und die Abneigung gegen das Sparen, bedeutet nicht notwendigerweise, dass es da einen direkten Zusammenhang gibt.

Literatur

Aarts, H. & Dijksterhuis, A. (2003). The silence of the library: Environment, situational norm, and social behavior. Journal of Personality and Social Psychology, 84, 18-28. Doi:10.1037/0022-3514.84.1.18

Critchfield, Thomas S. & Kollins, Scott H. (2001). Temporal discounting. Basic Research and the analysis of socially important behavior. Journal of Applied Behavior Analysis, 34, 101-122. PDF, 184 KB

DeVoe, Sanford E.; House, Julian & Zhong, Chen-Bo. (2013). Fast food and financial impatience. A socioecological approach. Journal of Personality and Social Psychology, 105(3), 476-494.

Oishi, S. & Graham, J. (2010). Social ecology: Lost and found in psychological science. Perspectives on Psychological Science, 5, 356-377. doi:10.1177/1745691610374588

Ostaszewski, P.; Green, L. & Myerson, J. (1998). Effects of inflation on the subjective value of delayed and probabilistic rewards. Psychonomic Bulletin and Reviews, 5, 324-333.

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Pünktlichkeit fördern

Wer kennt das nicht: Eine Besprechung wurde für eine bestimmte Uhrzeit angesetzt, man selbst ist pünktlich, aber einige oder alle anderen tröpfeln erst so nach und nach ein. Die Zeit, in der man auf die anderen wartet, hätte man auch sinnvoller verbringen können. Fienup et al. (2013) analysierten und therapierten dieses Problem in einer schulpsychologischen Einrichtung, in der es verschiedene Arten von Besprechungen mit unterschiedlichem Teilnehmerkreis gab. Nachdem die Basisrate erhoben worden war und die Ursachen des Zuspätkommens analysiert, wurden einige Änderungen eingeführt. Der Organisator der Besprechung sollte nun immer 24 Stunden vor dem Termin eine Erinnerungs-E-Mail an alle Teilnehmer schicken. Besprechungen wurden auf nur mehr 50 Minuten begrenzt, wobei nur zu jeder vollen Stunde eine Besprechung beginnen sollte (sodass die Teilnehmer zwischen den Terminen Zeitspielräume hatten). Jeder, der pünktlich zu einer Besprechung erschien, erhielt vom Organisator einen Coupon, auf dem für das pünktliche Erscheinen gedankt wurde. Diese Coupons kamen in ein großes Glas, aus dem jeden Monat zwei Coupons gezogen wurden. Die Gewinner dieser Lotterie bekamen dann einen Gutschein über $ 25.

Während der Basisratenbeobachtung waren die Teilnehmer der Besprechungen im Schnitt (je nach Besprechungstyp) 10 Minuten, 15 Minuten und 13,3 Minuten zu spät. Diese Werte sanken mit den (für die Besprechungstypen gestaffelt eingeführten) Maßnahmen auf 3,1 Minuten, 2 Minuten und 0,5 Minuten. Auch der Anteil der pünktlich erscheinenden (zu Beginn der Besprechung bereits anwesenden) Mitarbeiter stieg dramatisch von 35 %, 38 % und 31 % auf 79 %, 70 % und 89 %. Dabei hatten sich die Organisatoren der Besprechungen gar nicht einmal immer an die vereinbarten Maßnahmen gehalten. Nur in 38 % der Fälle wurde 24 Stunden vor Beginn der Besprechung eine Erinnerungs-E-Mail gesendet und an die 50-Minuten-Regel hielten sich die Organisatoren auch nur in 14 % der Fälle. Die Coupons wurden dagegen immer (in 100 % der berechtigten Fälle) ausgegeben. Obwohl so vereinbart, waren in den Besprechungsräumen keine Uhren aufgehängt worden.

Literatur

Fienup, Daniel M.; Luiselli, James K.; Joy, Megan; Smyth, Deborah & Stein, Ravit. (2013). Functional assessment and intervention for organizational behavior change: Improving the timeliness of staff meetings at a human services organization. Journal of Organizational Behavior Management, 33(4), 252-264.

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Eingeordnet unter leichte Kost, OBM, Verhaltensanalyse, Verstärkung

Wenn gesunde Nahrungsmittel im Kassenbereich liegen, werden sie auch gekauft

Durch einfache Maßnahmen kann man erreichen, dass sich Kunden für gesunde Lebensmittel entscheiden. Verhaltensanalytiker untersuchen das experimentell (vgl. auch hier).

Isländische Wissenschaftler (Sigurdsson et al., 2014) überprüften in einem Feldexperiment in zwei Supermärkten, ob sich das Kaufverhalten der Kunden ändert, wenn man die üblichen Schokoriegel und ähnliche Produkte in den Ständern im Kassenbereich durch gesunde Nahrungsmittel ersetzt. Die Süßwaren wurden durch getrockneten Fisch (offenbar ein in Island verbreiteter Gesundheitssnack) sowie Nüsse und getrocknete Früchte ersetzt. Über vier Monate hinweg wurde zunächst gezählt, wie viele der jeweiligen Produkte in der ursprünglichen Konstellation (Süßigkeiten an der Kasse, Gesundheitssnacks in anderen Regalen). Danach wurde ausgewertet, wie viele  Produkte verkauft wurden, wenn die Gesundheitsprodukte an der Kasse lagen und die Süßigkeiten in anderen Regalen. Insgesamt wurden über 100.000 Einkäufe ausgewertet.

Ursprünglich wurden nur wenige Packungen getrockneter Fisch, Früchte und Nüsse am Tag verkauft. Der Umsatz vervielfachte sich, wenn die Produkte an der Kasse lagen. Werbemaßnahmen (z. B. Schilder mit der Aufschrift „Getrockneter Fisch ist gut für Ihre Gesundheit und stärkt die Muskeln und das Gehirn“) hatten keinen zusätzlichen Effekt auf den Verkauf dieser Produkte. Zugleich ging der Umsatz an Süßwaren zurück. Dieser lag auch nach dem Ende aller Maßnahmen (als die Süßigkeiten wieder an der Kasse und die Gesundheitssnacks im Regal lagen) noch 29 % unter dem ursprünglichen Niveau. Der Verkauf an Gesundheitssnacks allerdings sank in der Follow-Up-Phase wieder auf den Umfang vor Beginn der Maßnahmen.

Literatur

Sigurdsson, Valdimar;
Larsen, Nils Magne & Gunnarsson, Didrik. (2014). Healthy food products at the point of purchase: An in-store experimental analysis. Journal of Applied Behavior Analysis, 47(1), 1-4.

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Feedback und Ziele helfen dabei, lästige Anträge zu stellen

Schulpsychologen in den USA werden von den Schulen bezahlt. Jedoch kann die Schule fallweise Leistungen des Schulpsychologen von der Krankenfürsorge (Medicaid) erstattet bekommen, wenn der Schüler, mit dem der Schulpsychologe gearbeitet hat, an einem Sondererziehungsprogramm (Exceptional Student Education, ESE) teilnimmt. Hierzu müssen die zuständigen Schulpsychologen lediglich ein Formular ausfüllen und rechtzeitig (innerhalb eines Jahres) an Medicaid schicken. Da die Schulpsychologen unmittelbar von diesen Erstattungen nicht profitieren (das Geld geht an die Schulen, die wiederum die Gehälter der Schulpsychologen zahlen), stellen sie sehr selten rechtzeitig die entsprechenden Anträge.

Hybza et al. (2013) arbeiteten mit 74 Schulpsychologen, die für insgesamt 102 Schulen zuständig waren. Zunächst wurde mittels der Performance Diagnostic Checklist (Austin, 2000) untersucht, was die Schulpsychologen davon abhielt, entsprechende Anträge zu stellen. Zum einen wurden sie nie auf das Erstellen der Anträge aufmerksam gemacht, es gab keine Erinnerungshilfen. Zum anderen gab es auch kein Feedback und keine Ziele für sie. Den Schulpsychologen war noch nicht mal bekannt, wie viel Geld die Schule als Erstattung jeweils erhielt.

Als abhängige Variable wählten Hybza et al. (2013) den aufgrund der Anträge in einem Zwei-Wochen-Zeitraum erstatteten Betrag. Zunächst wurde die Basisrate erfasst. Die Schulpsychologen arbeiteten in drei verschiedenen Schulbezirken. Die Forscher wählten daher ein „Multiple-Baseline“-Untersuchungsdesign, bei dem die Basisratenerfassung in jedem der drei Schulbezirke unterschiedlich lange dauerte, nämlich 20, 25 und 33 Wochen. Im Schnitt erbrachten die Anträge in den drei Schulbezirken während der Basisratenbeobachtung $ 322, $ 929 und $ 1576 in zwei Wochen. Im Anschluss an die Erfassung der Basisrate bekamen die Schulpsychologen jedes Schulbezirks eine E-Mail in der Ihnen der bislang im Schnitt erstattete Betrag mitgeteilt wurde. Zudem schlugen die Forscher den Schulpsychologen ein Ziel in Form eines höheren Betrages vor, das sie anstreben sollten. Wöchentlich bekamen die Schulpsychologen nun schriftliches und grafisches Feedback darüber, wie viele Anträge sie (als Gruppe der Schulpsychologen eines Schulbezirks) gestellt und wie viel Geld erstattet worden war. Zudem schrieb ihnen der leitende Schulpsychologe des Bezirks E-Mails, in denen er sie an das Ausfüllen der Anträge erinnerte und die Verbesserungen bei der Beantragung würdigte. Auch wurde die Zahl der Schulpsychologen, die Anträge gestellt hatten, mitgeteilt. Es gab jedoch kein individuelles Feedback an die einzelnen Schulpsychologen bezüglich ihrer gestellten Anträge. Diese E-Mails kosteten den leitenden Schulpsychologen nicht einmal 15 Minuten Zeit, alle zwei Wochen. Aufgrund dieser Maßnahmen stieg der erstattete Betrag im Schnitt auf $ 1984, $ 4293 und $ 8106 in den drei Schulbezirken. Dies entspricht einer Steigerung von insgesamt 385 %. Diese Steigerung beruhte allein auf den zusätzlich gestellten Anträgen. Die Zahl der Fälle (Schüler), mit denen die Schulpsychologen arbeiteten, blieb unverändert. Hatten vor der Maßnahme nur 38 % aller Schulpsychologen diese Anträge gestellt, waren es jetzt 61 %.

Literatur

Austin, J. (2000). Performance analysis and performance diagnostics. In J. Austin & J. E. Carr (Eds.), Handbook of applied behavior analysis (pp. 321–349). Reno, NV: Context Press.

Hybza, Megan M.; Stokes, Trevor F.; Hayman, Marilee & Schatzberg, Tracy. (2013). Increasing Medicaid revenue generation for services by school psychologists. Journal of Organizational Behavior Management, 33(1), 55-67.

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