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Normalverteilung

„The normal distribution may, with reasonable accuracy, claim that two thirds of the population of men are between 67 and 73 in. tall, but in the same breath it asserts that a finite proportion are less than an inch tall“ (Palmer, 2013, S. 273).

Das heißt: Wenn wir eine Normalverteilung der Körpergröße unterstellen, können wir zwar mit einiger Sicherheit sagen, dass zwei Drittel aller Männer zwischen 1,70 m und 1,85 groß sind, wir behaupten aber zugleich, dass es eine bestimmte Anzahl von Männern gibt, die kleiner als 2,5 cm sind.

Literatur

Palmer, David C. (2013). Some implications of a behavioral analysis of verbal behavior for logic and mathematics. The Behavior Analyst, 36(2), 267-276.

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19/08/2014 · 17:54

Was ist angewandte Verhaltensanalyse?

Baer, Wolf und Risley (1968) fassen zusammen, welchen Mindeststandards die Forschung zur angewandten Verhaltensanalyse genügen muss.

Nicht nur in der Forschung, auch in der Praxis orientieren sich Verhaltensanalytiker an diesen Kritierien.

Sie muss angewandt sein.

Der Forschungsgegenstand wird nicht aus theoretischen Erwägungen heraus gewählt sondern aufgrund seiner Bedeutung für die Menschen und die Gesellschaft. Die wichtigste Frage, die die angewandte Forschung daher beantworten muss, lautet: Wie bedeutsam ist dieses Ergebnis für den einzelnen Menschen oder für die Gesellschaft?

Sie muss sich mit Verhalten beschäftigen.

Das Ziel der angewandten Forschung ist die Veränderung der Beziehung zwischen Verhalten und Umwelt. Das Verhalten muss wiederum bedeutsam sein: Einem impotenten Mann ist nicht geholfen, wenn man ihn dazu bringt, nicht mehr zu sagen, er sei impotent. Dies wäre gleichbedeutend damit, dass der Forscher oder Therapeut dem Patienten nur beibringt, sich nicht mehr zu beklagen (statt den Grund seiner Klagen zu beseitigen).

Im Bereich der angewandten Forschung kann man das Verhalten nicht immer im selben Ausmaß wie in der Grundlagenforschung automatisch aufzeichnen. Das Verhalten muss oft von Menschen beobachtet werden und Menschen sind fehlbar. Daher muss jede „Messung“ mit einer Prüfung der Reliabilität (z. B. durch zwei unabhängige Beobachter) einhergehen.

Sie muss analytisch sein.

Der Forscher kann ein Verhalten dann analysieren, wenn er es kontrollieren kann. In der Grundlagenforschung kann ein Wissenschaftler das Verhalten meist nach Beleiben hervorrufen oder unterdrücken. Im angewandten Bereich ist dieses Ausmaß an Kontrolle kaum zu erreichen. Doch kann der Forscher auch hier eine Form von Kontrolle demonstrieren. Das ABA*- („reversal“) Design ist eine der Techniken, der Ansatz der multiplen Basisraten („multiple baseline“) ein anderer, durch den man die ursächliche Wirkung bestimmter Variablen auf eine andere Variabel (das Verhalten) demonstrieren kann. Multipel Basisraten sind dann angezeigt, wenn sich der Effekt einer Intervention nicht rückgängig machen lässt. Dies tritt häufig dann ein, wenn ein Verhalten, dass durch die Intervention geformt wurde, „natürliche“ Verstärkung erfährt. Ein anderer Grund kann sein, dass eine Rücknahme der Intervention ethisch nicht vertretbar wäre. Wie oft der Wechsel zwischen A und B stattfinden muss (oder wie viele verschiedene Basisraten erhoben werden sollten) ist eine Frage der Glaubwürdigkeit: Wie oft muss dies geschehen, um das jeweilige Fachpublikum zu überzeugen? Ein weiterer Schritt, nachdem die spezifische Wirksamkeit einer Intervention so demonstriert wurde, ist die Analyse ihrer Komponenten: Eine Maßnahme kann bspw. aus verbalem Feedback und Lob bestehen. Geeignete Forschungsdesigns sollten dann feststellen, ob es das Feedback allein ist, das die Wirkung erzielt oder ob das Lob ein notwendiger Bestandteil ist.

Sie muss technologisch sein.

Untersuchungen müssen so berichtet werden, dass ein typischer Leser (ein Fachkollege) prinzipiell in der Lage wäre, das Experiment zu wiederholen. Daher sind Beschreibungen wie „es wurde eine Spiel-Therapie durchgeführt“ nicht ausreichend. Die einzelnen Bestandteile einer „Spieltherapie“ müssen als eine Sammlung von kontingenten Beziehungen zwischen dem Verhalten des Kindes, dem des Therapeuten und dem verwendeten Spielmaterial beschrieben werden. Das beinhaltet nicht nur, dass beschrieben wird, was geschehen ist, sondern dass erklärt wird, was getan werden sollte, wenn nicht das erwünschte, sondern ein anderes Verhalten auftritt. Es genügt bspw. nicht, zu beschreiben, dass die Wutausbrüche eines Kindes dadurch aufhören, dass man es für die Dauer des Wutausbruchs und weitere zehn Minuten vom Rest der Gruppe isolierte. Der Forscher muss auch angeben, was getan werden soll, wenn das Kind nicht aufhört zu schreien oder wenn es die Einrichtung im Raum kaputt schlägt usw.

Sie muss konzeptuell verankert sein.

Die Beschreibung von Forschungen soll nicht nur rein technologisch sein, sie muss auf grundlagenwissenschaftliche Konzepte Bezug nehmen. Andernfalls wäre sie mehr oder weniger eine Sammlung von Tricks. Ein Leser muss in die Lage versetzt werden, dasselbe Prinzip in einem anderen Zusammenhang anzuwenden.

Sie muss effektiv sein.

Es genügt nicht, dass sich durch eine Maßnahme eine Änderung einstellt, diese Änderung (im Verhalten) muss praktisch bedeutsam sein. Für die Pfleger eines ehedem stummen schizophrenen Menschen ist es z. B. nicht sehr bedeutsam, wenn dieser nach der Intervention zehn Verben verwenden kann. Wohl aber würden 50 Wörter, die dem Patienten helfen, seine Wünsche auf angemessene Art und Weise auszurücken einen großen Unterschied bedeuten – egal, was Psycholinguisten davon halten würden. Auch das Kriterium der Signifikanz ist nicht allein entscheidend: Ein signifikanter, aber absolut sehr kleiner Unterschied ist praktisch meist nicht bedeutsam.

Sie muss überdauernde und übertragbare Ergebnisse liefern

Ein Ergebnis, dass sich nur in einem sehr speziellen Segment bemerkbar macht, ist meist nicht von Dauer. Der angewandte Forscher sollte Angaben darüber machen, wie der überdauernde Erfolg einer Maßnahme sichergestellt werden kann: Generalisation sollte programmiert und nicht nur erwartet oder eingefordert werden.

Literatur

Baer, Donald M.; Wolf, Montrose M. & Risley, Todd R.. (1968). Some current dimensions of applied behavior analysis. Journal of Applied Behavior Analysis, 1(1), 91-97. PDF, 1,0MB

*Die Abkürzung „ABA“ steht hier nicht für „Applied Behavior Analysis“, sondern für die Phasen einer Untersuchung, z. B. A = Basisratenbeobachtung, B = Intervention, A = Rückkehr zur Basisratenbeobachtung

Ein Kommentar

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Messtechnik für Verhaltensanalytiker

Jedes Smartphone verfügt über eine Vielzahl an Sensoren, die sich für die Messung von Verhalten einsetzen lassen. Ein Verhalten messen zu können (wie oft es auftritt, wie es ausgeführt wird usw.) ist eine wichtige Voraussetzung, um es auch verändern zu können. Wer Verhalten verändern möchte, sollte also überlegen, wie er sein Smartphone und andere mittlerweile erschwingliche Technik dafür einsetzen kann, dieses Verhalten objektiv zu messen.

In der experimentellen Verhaltensanalyse wird das Verhalten (seine Häufigkeit, Dauer usw.) meist automatisch gemessen. Skinners „cumulative recorder“, welcher die Häufigkeit des Hebeldrückens bei der Versuchsratte aufzeichnet, ist das beste Beispiel. In der angewandten Verhaltensanalyse wird es dagegen schnell kompliziert. Die Umwelt, in der die Versuche stattfinden, ist nicht so übersichtlich wie im Labor. Daher wird hier zumeist auf menschliche Beobachter gesetzt, die ihre Beobachtungen anhand der zeitweiligen gemeinsamen Beobachtung mit anderen Beobachtern eichen und so eine Beobachterübereinstimmung errechnen. Doch auch Beobachtungen mit hoher Beobachterübereinstimmung sind nicht notwendig von hoher Güte, denn es besteht immer die Möglichkeit, dass alle Beobachter der gleichen Fehleinschätzung erliegen. Zudem zeigt die Forschung (Cooper et al, 2008), dass sich die „internen“ Definitionen des Beobachters über die Zeit hinweg ändern. Die Genauigkeit der Beobachtungen ist von vielerlei situativen Faktoren abhängig, u. a. wird präziser beobachtet, wenn sich der Beobachter bewusst ist, dass seine Beobachtungen anhand anderer Beobachtungen zur Bestimmung der Beobachterübereinstimmung geprüft werden.

Automatische Beobachtungen in der angewandten Verhaltensanalyse sind anfangs aufwändiger. Es entstehen Kosten durch die Gerätschaften, zudem müssen diese an die Situation angepasst werden. Dafür aber ist im laufenden Betrieb kaum Personal erforderlich. Zudem werden die Gerätschaften immer günstiger. Crowley-Koch und Van Houten (2013) geben Anregungen, wie bereits vorhandene technische Geräte zur Messung von Verhalten eingesetzt werden können:

RFIDs (Radio Frequency Indentification) sind kleine Computerchips, die dazu eingesetzt werden, Produkte in der Warenkette zu verfolgen, Tiere zu identifizieren usw. Diese RFIDs kann man jedoch auch dazu einsetzen, Verstärkerpräferenzen zu erheben (je öfter ein bestimmter Gegenstand von der Versuchsperson frei gewählt wird, desto eher ist er ein Verstärker für das Verhalten dieser Person). Man könnte damit messen, wie lange Kinder einen Fahrradhelm tragen (vgl. Van Houten et al., 2007). Die Position von Operationsbesteck könnte mit RFIDs beobachtet werden, um so die Sicherheit bei den Operationen zu erhöhen (vgl. Cunningham & Austin, 2007). Auch das Verhalten von Spielern im Casino ließe sich mit RFIDs in den Spielchips besser beobachten.

Software, die Augenbewegungen aufzeichnet, nutzt die Daten von Videokameras. Während es früher erforderlich war, dass sich der Kopf dabei nicht bewegt, kann die Richtung, in der die Augen blicken, mittlerweile fast uneingeschränkt beobachtet werden. Auch diese Technik könnte man einsetzen, um Verstärkerpräferenzen zu erfassen (was die Versuchsperson häufig ansieht, wirkt evtl. als ein Verstärker). Auch die Stimulus-Overselectivity (eingeschränkte Reizgeneralisation, vgl. Cipani, 2012) ließe sich mit dieser Technik besser untersuchen. Das sichere oder riskante Verhalten von Autofahrern und Piloten hängt oft an deren Blickverhalten, insbesondere, wenn sie unter Schlafmangel leiden.

Die Spracherkennungssoftware ist mittlerweile sehr ausgefeilt. Immer wenn es um sprachliches Verhalten geht, lässt sich diese sinnvoll einsetzen. Zumindest das Transkribieren von Sprache lässt sich so erleichtern.

Beschleunigungsmesser finden sich in jedem Smartphone. Ein verbreitetes Symptom von Depressionen ist die geringe motorische Aktivität. Dies ließe sich damit ebenso quantifizieren wie die Schlafqualität und die Häufigkeit und Intensität von selbstverletzendem Verhalten. Ein weiterer Einsatz ist in der Sportpsychologie möglich.

GPS-Systeme lassen sich nutzen, um festzustellen, wo sich eine Person befindet, z. B. wenn das Ziel der Intervention lautet, dass die Person (z. B. ein Kind) einen bestimmten Bereich nicht verlassen sollte. Auch diese Technik ist bereits in Smartphones integriert, die u. a. von Apps genutzt werden, die die Laufleistung von Sportlern erfassen.

Die Autoren berichten des Weiteren, von Dallery erfahren zu haben, dass dieser einen Kohlenmonoxidsensor in ein Smartphone integrieren wolle. Dies würde Kontingenzprogramme zur Rauchentwöhnung (vgl. Dallery & Glenn, 2005) noch einmal deutlich vereinfachen und effektiver machen.

Darüber hinaus kann man Daten nutzen, die andere ohnehin sammeln, z. B. Supermärkte über den Absatz bestimmter Produkte (vgl. Sigurdsson et al., 2014, vgl. aber auch McNees et al., der bereits 1979 Verkaufsdaten nutzte, um eine Maßnahme zur Prävention von Diebstahl zu evaluieren). Virtuelle Realität wird bereits jetzt genutzt, um die Wirksamkeit von Therapien zu verbessern. Das Programm „iSocial“ wird beispielsweise dazu eingesetzt, soziale Kompetenzen bei autistischen Kindern zu trainieren.

Die Psychologie nutzt oft auch dann indirekte Daten, wenn direkte leicht erfasst werden können. Das Verhalten der Schüler wird z. B. über Beurteilungsbögen, die ihre Lehrer ausfüllen, erfasst, auch dann, wenn man das Verhalten der Schüler direkt beobachten könnte. Verhaltensanalytiker setzten schon immer auf die direkte Beobachtung von Verhalten. Der technische Fortschritt arbeitet ihnen zu, indem er mehr und genauere Beobachtungen ermöglicht. Man muss letztlich nur die technischen Möglichkeiten mit dem Forschungsinteresse zusammenbringen.

Literatur

Cipani, Ennio. (2012). Stimulus overselectivity: Empirical basis and diagnostic methods. The Behavior Analyst Today, 13(1), 3-11. PDF 403 KB

Cooper, J.O; Heron, T.E. & Heward W.L., (2008). Applied behavior analysis (2nd ed.). Upper Saddle River, NJ: Pearson.

Crowley-Koch, Brian J. & Van Houten, Ron. (2013). Automated measurement in applied behavior analysis: A review. Behavioral Interventions, 28(3), 225-240. DOI:10.1002/bin.1366 PDF 118 KB

Cunningham, Thomas R. & Austin, John. (2007). Using goal setting, task clarification, and feedback to increase the use of the hands-free technique by hospital operating room staff. Journal of Applied Behavior Analysis, 40(4), 673-677. PDF, 136 KB

Dallery, Jesse & Glenn, Irene M. (2005). Effects of an internet-based voucher reinforcement program for smoking abstinence. A feasibility study. Journal of Applied Behavior Analysis, 38(3), 349-357. PDF, 84 KB

McNees, Patrick; Gilliam, Sharon W.; Schnelle, John F. & Risley, Todd. (1979). Controlling employee theft through time and product identification. Journal of Organizational Behavior Management, 2(2), 113-119.

Sigurdsson, Valdimar; Larsen, Nils Magne & Gunnarsson, Didrik. (2014). Healthy food products at the point of purchase: An in-store experimental analysis. Journal of Applied Behavior Analysis, 47(1), 1-4.

Van Houten, Ron; Van Houten, Joy & Malenfant, J.E. Louis. (2007). Impact of a comprehensive safety program on bicycle helmet use among middle-school children. Journal of Applied Behavior Analysis, 40(2), 239-247. PDF, 415 KB

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Behavior Breakthroughs – Eine Verhaltensanalyse-App

Behavior Breakthroughs ist ein 3D-Computerlernspiel, durch das grundlegende Kenntnisse in angewandter Verhaltensanalyse vermittelt werden sollen. Der Programm gibt es als App für das iPhone und iPad kostenlos (auf das erste Level begrenzt) und als Vollversion mit sechs Levels für den PC. Bei Behavior Breakthroughs wird der Spieler mit Asa konfrontiert, einem fünf Jahre alten, geistig behinderten Jungen, der zahlreiche Verhaltensauffälligkeiten zeigt, darunter einige selbstverletzende Verhaltensweisen wie etwa den Kopf gegen die Wand zu schlagen usw.

Hier ein Video, in dem das Spiel vorgestellt wird:

Eine Untersuchung zur Wirkung des Spiels

Lowdermilk et al. (2012) gaben das Spiel (nur das erste Level) 89 Studenten der Sonderpädagogik vor und testeten vor und nach dem Spiel deren Wissen über den richtigen Einsatz verhaltensanalytischer Prinzipien anhand eines Fallbeispiels. In diesem Fallbeispiel sollten die Versuchspersonen angeben, was sie jeweils tun würden, wenn Asa ein angemessenes oder ein unangemessenes Verhalten zeigt. Die Antworten der Studenten wurden an den Antworten mehrerer trainierter Verhaltensanalytiker (BCBA) gemessen. Vor dem Spiel war die Handlungsalternative, die die Versuchspersonen am häufigsten (zu 43,7 %) wählten „Ich frage Asa, was mit ihm los ist“. Man sollte hier noch erwähnen, dass Asa im Fallbeispiel als nicht der Sprache mächtig (nonverbal) vorgestellt worden war. Mit einer Antwort Asas auf diese Frage durften die Studenten also nicht rechnen. Auch die Handlungsalternative „Ich frage Asa, was er möchte“ wurde oft gewählt. Die trainierten Verhaltensanalytiker hatten jedoch als richtige Intervention bei unangemessenem Verhalten „Ich ignoriere das Verhalten“ angegeben (Extinktion oder Löschung). Zu beachten ist hier folgendes: Verhaltensanalytiker unterscheiden zwischen dem Ignorieren eines bestimmten Verhaltens und dem Ignorieren einer Person. Letzteres wurde selbstverständlich nicht empfohlen. Im Falle, dass Asa sich angemessen verhielt, empfahlen die Verhaltensanalytiker verschiedene Formen der Zuwendung und Verstärkung. Diese Kombination aus Ignorieren und Zuwenden (differentielle Verstärkung) fanden nach dem Spielen deutlich mehr Versuchspersonen richtig. Die Studenten erzielten hier je nach Frage Verbesserungen bis zu 45 %. Tendenziell konnten die Studenten mit dem Prinzip der Löschung unerwünschten Verhaltens mehr anfangen als mit der Verstärkung erwünschten Verhaltens.

Auch auf die Selbsteinschätzung der Versuchspersonen hatte das Spiel Einfluss. Vor dem Spiel gaben nur 47 % der Versuchspersonen an, dass sie sich zutrauten, mit Kindern zu arbeiten, die schwere Verhaltensauffälligkeiten hatten, danach waren es 60 %. Vor dem Spiel meinten 42,5 %, dass sie sich durch eine solche Tätigkeit sehr belastet fühlen würden. Dieser Anteil sank auf 32 %.

Mehrere Versuchspersonen zeigten sich während des Spiels sehr beteiligt, eine Versuchsperson fing sogar an, vor dem Bildschirm mit Asa zu reden. Diese stärkere Beteiligung ist ein erwünschter Effekt des Spiels. Eine andere Versuchsperson gab an, dass sie das Kind am liebsten schlagen würde. Diese Variante sah das Spiel natürlich nicht vor. Das Spiel ist somit  auch eine gute Methode, den Spielern klar zu machen, dass sie auf körperliche Gewalt prinzipiell nicht zurückgreifen können. Lowdermilk et al. (2012) empfehlen das Spiel als eine gute Möglichkeit, angehende Erzieher und Lehrer üben zu lassen, ohne lebende Kinder dem Risiko auszusetzen, durch falsches Verhalten geschädigt zu werden.

Literatur

Lowdermilk, John; Martinez, Deborah; Pecina, Julie; Beccera, Lisa & Lowdermilk, Carey. (2012). Behavior Breakthroughs: Future teachers reflect on a focused game designed to teach ABA techniques. Tech Trends, 56(3), 29-35.

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01/05/2013 · 16:35