Monatsarchiv: März 2014

Messtechnik für Verhaltensanalytiker

Jedes Smartphone verfügt über eine Vielzahl an Sensoren, die sich für die Messung von Verhalten einsetzen lassen. Ein Verhalten messen zu können (wie oft es auftritt, wie es ausgeführt wird usw.) ist eine wichtige Voraussetzung, um es auch verändern zu können. Wer Verhalten verändern möchte, sollte also überlegen, wie er sein Smartphone und andere mittlerweile erschwingliche Technik dafür einsetzen kann, dieses Verhalten objektiv zu messen.

In der experimentellen Verhaltensanalyse wird das Verhalten (seine Häufigkeit, Dauer usw.) meist automatisch gemessen. Skinners „cumulative recorder“, welcher die Häufigkeit des Hebeldrückens bei der Versuchsratte aufzeichnet, ist das beste Beispiel. In der angewandten Verhaltensanalyse wird es dagegen schnell kompliziert. Die Umwelt, in der die Versuche stattfinden, ist nicht so übersichtlich wie im Labor. Daher wird hier zumeist auf menschliche Beobachter gesetzt, die ihre Beobachtungen anhand der zeitweiligen gemeinsamen Beobachtung mit anderen Beobachtern eichen und so eine Beobachterübereinstimmung errechnen. Doch auch Beobachtungen mit hoher Beobachterübereinstimmung sind nicht notwendig von hoher Güte, denn es besteht immer die Möglichkeit, dass alle Beobachter der gleichen Fehleinschätzung erliegen. Zudem zeigt die Forschung (Cooper et al, 2008), dass sich die „internen“ Definitionen des Beobachters über die Zeit hinweg ändern. Die Genauigkeit der Beobachtungen ist von vielerlei situativen Faktoren abhängig, u. a. wird präziser beobachtet, wenn sich der Beobachter bewusst ist, dass seine Beobachtungen anhand anderer Beobachtungen zur Bestimmung der Beobachterübereinstimmung geprüft werden.

Automatische Beobachtungen in der angewandten Verhaltensanalyse sind anfangs aufwändiger. Es entstehen Kosten durch die Gerätschaften, zudem müssen diese an die Situation angepasst werden. Dafür aber ist im laufenden Betrieb kaum Personal erforderlich. Zudem werden die Gerätschaften immer günstiger. Crowley-Koch und Van Houten (2013) geben Anregungen, wie bereits vorhandene technische Geräte zur Messung von Verhalten eingesetzt werden können:

RFIDs (Radio Frequency Indentification) sind kleine Computerchips, die dazu eingesetzt werden, Produkte in der Warenkette zu verfolgen, Tiere zu identifizieren usw. Diese RFIDs kann man jedoch auch dazu einsetzen, Verstärkerpräferenzen zu erheben (je öfter ein bestimmter Gegenstand von der Versuchsperson frei gewählt wird, desto eher ist er ein Verstärker für das Verhalten dieser Person). Man könnte damit messen, wie lange Kinder einen Fahrradhelm tragen (vgl. Van Houten et al., 2007). Die Position von Operationsbesteck könnte mit RFIDs beobachtet werden, um so die Sicherheit bei den Operationen zu erhöhen (vgl. Cunningham & Austin, 2007). Auch das Verhalten von Spielern im Casino ließe sich mit RFIDs in den Spielchips besser beobachten.

Software, die Augenbewegungen aufzeichnet, nutzt die Daten von Videokameras. Während es früher erforderlich war, dass sich der Kopf dabei nicht bewegt, kann die Richtung, in der die Augen blicken, mittlerweile fast uneingeschränkt beobachtet werden. Auch diese Technik könnte man einsetzen, um Verstärkerpräferenzen zu erfassen (was die Versuchsperson häufig ansieht, wirkt evtl. als ein Verstärker). Auch die Stimulus-Overselectivity (eingeschränkte Reizgeneralisation, vgl. Cipani, 2012) ließe sich mit dieser Technik besser untersuchen. Das sichere oder riskante Verhalten von Autofahrern und Piloten hängt oft an deren Blickverhalten, insbesondere, wenn sie unter Schlafmangel leiden.

Die Spracherkennungssoftware ist mittlerweile sehr ausgefeilt. Immer wenn es um sprachliches Verhalten geht, lässt sich diese sinnvoll einsetzen. Zumindest das Transkribieren von Sprache lässt sich so erleichtern.

Beschleunigungsmesser finden sich in jedem Smartphone. Ein verbreitetes Symptom von Depressionen ist die geringe motorische Aktivität. Dies ließe sich damit ebenso quantifizieren wie die Schlafqualität und die Häufigkeit und Intensität von selbstverletzendem Verhalten. Ein weiterer Einsatz ist in der Sportpsychologie möglich.

GPS-Systeme lassen sich nutzen, um festzustellen, wo sich eine Person befindet, z. B. wenn das Ziel der Intervention lautet, dass die Person (z. B. ein Kind) einen bestimmten Bereich nicht verlassen sollte. Auch diese Technik ist bereits in Smartphones integriert, die u. a. von Apps genutzt werden, die die Laufleistung von Sportlern erfassen.

Die Autoren berichten des Weiteren, von Dallery erfahren zu haben, dass dieser einen Kohlenmonoxidsensor in ein Smartphone integrieren wolle. Dies würde Kontingenzprogramme zur Rauchentwöhnung (vgl. Dallery & Glenn, 2005) noch einmal deutlich vereinfachen und effektiver machen.

Darüber hinaus kann man Daten nutzen, die andere ohnehin sammeln, z. B. Supermärkte über den Absatz bestimmter Produkte (vgl. Sigurdsson et al., 2014, vgl. aber auch McNees et al., der bereits 1979 Verkaufsdaten nutzte, um eine Maßnahme zur Prävention von Diebstahl zu evaluieren). Virtuelle Realität wird bereits jetzt genutzt, um die Wirksamkeit von Therapien zu verbessern. Das Programm „iSocial“ wird beispielsweise dazu eingesetzt, soziale Kompetenzen bei autistischen Kindern zu trainieren.

Die Psychologie nutzt oft auch dann indirekte Daten, wenn direkte leicht erfasst werden können. Das Verhalten der Schüler wird z. B. über Beurteilungsbögen, die ihre Lehrer ausfüllen, erfasst, auch dann, wenn man das Verhalten der Schüler direkt beobachten könnte. Verhaltensanalytiker setzten schon immer auf die direkte Beobachtung von Verhalten. Der technische Fortschritt arbeitet ihnen zu, indem er mehr und genauere Beobachtungen ermöglicht. Man muss letztlich nur die technischen Möglichkeiten mit dem Forschungsinteresse zusammenbringen.

Literatur

Cipani, Ennio. (2012). Stimulus overselectivity: Empirical basis and diagnostic methods. The Behavior Analyst Today, 13(1), 3-11. PDF 403 KB

Cooper, J.O; Heron, T.E. & Heward W.L., (2008). Applied behavior analysis (2nd ed.). Upper Saddle River, NJ: Pearson.

Crowley-Koch, Brian J. & Van Houten, Ron. (2013). Automated measurement in applied behavior analysis: A review. Behavioral Interventions, 28(3), 225-240. DOI:10.1002/bin.1366 PDF 118 KB

Cunningham, Thomas R. & Austin, John. (2007). Using goal setting, task clarification, and feedback to increase the use of the hands-free technique by hospital operating room staff. Journal of Applied Behavior Analysis, 40(4), 673-677. PDF, 136 KB

Dallery, Jesse & Glenn, Irene M. (2005). Effects of an internet-based voucher reinforcement program for smoking abstinence. A feasibility study. Journal of Applied Behavior Analysis, 38(3), 349-357. PDF, 84 KB

McNees, Patrick; Gilliam, Sharon W.; Schnelle, John F. & Risley, Todd. (1979). Controlling employee theft through time and product identification. Journal of Organizational Behavior Management, 2(2), 113-119.

Sigurdsson, Valdimar; Larsen, Nils Magne & Gunnarsson, Didrik. (2014). Healthy food products at the point of purchase: An in-store experimental analysis. Journal of Applied Behavior Analysis, 47(1), 1-4.

Van Houten, Ron; Van Houten, Joy & Malenfant, J.E. Louis. (2007). Impact of a comprehensive safety program on bicycle helmet use among middle-school children. Journal of Applied Behavior Analysis, 40(2), 239-247. PDF, 415 KB

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Schul-Mobbing bekämpfen

„Bullying“ – das Mobben von Schülern durch Schüler – ist ein ernstes Problem, nicht nur an amerikanischen Schulen. Viele Präventionsprogramme setzen allein bei den Tätern an oder sie verändern nur die Kommunikation und die Einstellungen der Schüler, ohne die Zahl der tatsächlichen Mobbinghandlungen zu verringern. Dabei ist dies das einzige Maß, das anzeigen könnte, ob solche Programme tatsächlich wirken.

Das Mobben von Mitschülern ist nicht nur an amerikanischen Schulen ein Problem. Der Leiter des amerikanischen Gesundheitsamtes (Surgeon General) listete 2011 insgesamt 29 Methoden auf, die bei Jugendgewalt hilfreich sind (U.S. Department of Health and Human Services, 2001). Darunter befand sich jedoch nur ein Programm, das sich mit dem Problem des Mobbings in Schulen befasste (Olweus et al., 1999). Eine neuere Übersicht (Osher & Dwyer, 2006) fand 32 wirksame Programme, darunter aber nach wie vor nur das eine von Olweus et al., das das Mobbing an Schulen behandelte. Eine Metaanalyse (Merrell et al., 2008) fand 16 Programme zur Bekämpfung des Mobbings an Schulen, jedoch konnte kein einziges von einer Reduzierung beobachteter Mobbinghandlungen berichten. In der Regel ging es nur um eine veränderte Wahrnehmung des Mobbings bei den Beteiligten. Üblicherweise wird bei der Evaluation dieser Programme nur geprüft, ob die Teilnehmer die Inhalte des Programms verstanden haben und ob sie glauben, dass sie künftig andere handeln werden.

Ein verhaltensanalytisches Programm sollte zunächst definieren, was genau unter Mobbing zu verstehen ist, sodass die Mobbinghandlungen auch beobachtet und gezählt werden können. Zudem geht die Verhaltensanalyse davon aus, dass Mobbinghandlungen – wie jedes Verhalten – von vorausgehenden und nachfolgenden Umweltereignissen ausgelöst und aufrechterhalten werden. Ein wichtiger Aspekt der Umwelt ist die Reaktion des Opfers und der Außenstehenden auf die Mobbinghandlung.

Ross und Horner (2009) berichten von einem Programm zur Verringerung des Mobbings, das sie an drei Schulen einführten. Die Schulen galten als Problemschulen, 32 % bis 87 % der Schüler waren auf Sozialleistungen angewiesen. In diesen Schulen fanden bereits Programme zur Verbesserung des Sozialklimas statt, das „Positive Behavior Support (PBS)“. Dieses Programm hat sich als zur Verbesserung des Sozialklimas in randomisierten, kontrollierten Versuchen (RCT) als wirksam erwiesen (Bradshaw et al., 2008; Horner et al., 2009). Das Ziel des PBS ist es, positive, vorhersagbare Umwelten zu schaffen.

Im speziell auf das Mobbing konzipierten Bestandteil dieses Programms lernten die Schüler unter anderem folgende Schritte.

  • Die Unterscheidung zwischen respektvollem und respektlosem Verhalten.
  • Wenn man von jemandem nicht respektvoll behandelt wird, soll man „Stopp!“ sagen und die Hand (in der Art einer Stopp-Geste) hochhalten.
  • Wenn man sieht, dass jemand nicht respektvoll behandelt wird, soll man „Stopp!“ rufen und das Opfer weg bringen.
  • Wenn man, obwohl man „Stopp!“ gesagt hat, weiterhin respektlos behandelt wird, soll man weggehen.
  • Wenn man, obwohl man weggeht, noch immer respektlos behandelt wird, soll man es einem Erwachsenen sagen.
  • Wenn jemand zu einem „Stopp!“ sagt, soll man mit dem, was man tut, aufhören, durchatmen und sich um seinen eigenen Kram kümmern.

An keiner Stelle im Training wurde den Schülern gegenüber das Wort „Mobben“ verwendet.

Die Forscher beobachteten das Verhalten von je zwei Schülern aus den drei Schulen, die bereits durch häufige verbale und physische Gewalt gegen andere Schüler aufgefallen waren. Beobachtet wurde, wie häufig es zu verbaler oder physischer Gewalt kam. Bei den beteiligten Opfern wurde beobachtet, ob sie die Bestandteile des Programms (Stopp, Weggehen oder Ignorieren, Berichten) umsetzten und ob sie entweder positive (Lachen) oder negative Reaktionen (Jammer, Zurückschlagen etc.) zeigten (die ggf. das Mobbingverhalten des Täters verstärkten). Ebenso wurde bei den Außenstehenden (Schülern, die den Vorfall beobachteten) geprüft, ob sie die angemessene Reaktion zeigten oder die Mobbinghandlungen durch positive oder negative Reaktionen verstärkten.

Zunächst wurden die Basisraten über mehrere Wochen erhoben. Anschließend fand das Training statt, danach wurde weiter beobachtet. Die Zahl der Mobbinghandlungen ging (bei den sechs beobachteten Kindern) um 53 % bis 86 % zurück. Sowohl die Opfer als auch die Außenstehenden zeigten vor dem Training fast kaum, danach in 10 % bis 40 % das im Programm vorgesehene Verhalten. Der Anteil (positiver oder negativer) potentiell das Mobben verstärkender Reaktionen sank im Schnitt auf weniger als die Hälfte des Ausgangswertes.

Ross und Horner (2009) verweisen darauf, dass es durchaus bereits Programme gibt, die die Häufigkeit von Mobbinghandlungen verringern können (z. B. Olweus et al., 1999). Der Vorteil ihres Programms liegt jedoch in der einfachen Umsetzbarkeit, die es wahrscheinlicher macht, dass die Schulen das Programm auch dann aufrechterhalten, wenn die Forscher oder Berater nicht mehr zugegen sind.

Literatur

Bradshaw, C.; Koth, C.; Bevans, K.; Ialongo, N. & Leaf, P. (2008). The impact of school-wide positive behavioral interventions and supports (PBIS) on the organizational health of elementary schools. School Psychology Quarterly, 23, 462-473.

Horner, R.; Sugai, G.; Smolkowski, K.; Todd, A.; Nakasato, J. & Esperanza, J. (2009). A randomized control trial of school-wide positive behavior support in elementary schools. Journal of Positive Behavior Interventions, 11(3), 133-144.

Merrell, Kenneth W.; Gueldner, Barbara A.; Ross, Scott W. & Isava, Duane M. (2008). How effective are school bullying intervention programs? A meta-analysis of intervention research. School Psychology Quarterly, 23(1), 26-42.

Olweus, D.; Limber, S. & Mihalic, S. (1999). The bullying prevention program: Blueprints for violence prevention. Boulder, CO: Center for the Study and Prevention of Violence.

Osher, D. & Dwyer, K. (2006). Safe, supportive, and effective schools: Promoting school success to reduce school violence. In S. R. Jimerson & M. J. Furlong (Eds.), Handbook of school violence and school safety: From research to practice (pp. 51-71). Mahwah, NJ: Erlbaum.

Ross, Scott W. & Horner, Robert H. (2009). Bully prevention in positive behavior support. Journal of Applied Behavior Analysis, 42(4), 747-759. PDF 488 KB

U.S. Department of Health and Human Services. (2001). Youth violence: A report of the surgeon general. Rockville, MD: Author.

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Wenn gesunde Nahrungsmittel im Kassenbereich liegen, werden sie auch gekauft

Durch einfache Maßnahmen kann man erreichen, dass sich Kunden für gesunde Lebensmittel entscheiden. Verhaltensanalytiker untersuchen das experimentell (vgl. auch hier).

Isländische Wissenschaftler (Sigurdsson et al., 2014) überprüften in einem Feldexperiment in zwei Supermärkten, ob sich das Kaufverhalten der Kunden ändert, wenn man die üblichen Schokoriegel und ähnliche Produkte in den Ständern im Kassenbereich durch gesunde Nahrungsmittel ersetzt. Die Süßwaren wurden durch getrockneten Fisch (offenbar ein in Island verbreiteter Gesundheitssnack) sowie Nüsse und getrocknete Früchte ersetzt. Über vier Monate hinweg wurde zunächst gezählt, wie viele der jeweiligen Produkte in der ursprünglichen Konstellation (Süßigkeiten an der Kasse, Gesundheitssnacks in anderen Regalen). Danach wurde ausgewertet, wie viele  Produkte verkauft wurden, wenn die Gesundheitsprodukte an der Kasse lagen und die Süßigkeiten in anderen Regalen. Insgesamt wurden über 100.000 Einkäufe ausgewertet.

Ursprünglich wurden nur wenige Packungen getrockneter Fisch, Früchte und Nüsse am Tag verkauft. Der Umsatz vervielfachte sich, wenn die Produkte an der Kasse lagen. Werbemaßnahmen (z. B. Schilder mit der Aufschrift „Getrockneter Fisch ist gut für Ihre Gesundheit und stärkt die Muskeln und das Gehirn“) hatten keinen zusätzlichen Effekt auf den Verkauf dieser Produkte. Zugleich ging der Umsatz an Süßwaren zurück. Dieser lag auch nach dem Ende aller Maßnahmen (als die Süßigkeiten wieder an der Kasse und die Gesundheitssnacks im Regal lagen) noch 29 % unter dem ursprünglichen Niveau. Der Verkauf an Gesundheitssnacks allerdings sank in der Follow-Up-Phase wieder auf den Umfang vor Beginn der Maßnahmen.

Literatur

Sigurdsson, Valdimar;
Larsen, Nils Magne & Gunnarsson, Didrik. (2014). Healthy food products at the point of purchase: An in-store experimental analysis. Journal of Applied Behavior Analysis, 47(1), 1-4.

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Der Fehler der Reifikation in der Psychologie

Indem wir Wörter für das, was wir tun (z. B. „denken“) in Substantive verwandeln (z. B. „Gedanken“) verwandeln, leisten wir dem Mentalismus Vorschub. Schon Robert S. Woodworth (1921) kritisierte den in der Psychologie verbreiteten Fehler der Reifikation:

  • Instead of “memory“ we should say “remembering“; instead of “thought” we should say “thinking”; instead of “sensation” we should say “seeing, hearing,” etc. But, like other learned branches, psychology is prone to transform its verbs into nouns. Then what happens? We forget that our nouns are merely substitutes for verbs, and go hunting for the things denoted by the nouns; but there are no such things, there are only the activities that we started with, seeing, remembering, and so on. Intelligence, consciousness, the unconscious, are by rights not nouns, nor even adjectives or verbs; they are adverbs. The real facts are that the individual acts intelligently—more or less so—acts consciously or unconsciously, as he may also act skillfully, persistently, excitedly. It is a safe rule, then, on encountering any menacing psychological noun, to strip off its linguistic mask, and see what manner of activity lies behind.
    (S. 5-6)

Literatur
Woodworth, Robert S. (1921). Psychology: A study of mental life. New York: Henry Holt.

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Warum „Candy Crush“ (manche Leute) süchtig macht

Spielchen wie „Candy Crush“ scheinen einige Leute ja regelrecht süchtig zu machen. Hier wird erklärt, warum das so ist – und dabei wird zurecht auf Skinner verwiesen, dessen hebeldrückende Ratten nicht zufällig an Spieler an „einarmigen Banditen“ erinnern. Leider wird der Herr nicht sehr explizit, was die verhaltensanalytischen Hintergründe angeht (auf Englisch).

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