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Ein paar Zahlen zum Händewaschen

Nicht jeder, der eine öffentliche Toilette benutzt, wäscht sich anschließend die Hände. Generell waschen sich Frauen eher als Männer die Hände (Edwards et al., 2002; Guinan, McGuckin-Guinan & Sevareid, 1997) und sie tun das auch gründlicher als Männer (Monk-Turner et al., 2005; van de Mortel et al., 2000). Generell waschen sich Menschen ihre Hände eher, wenn noch eine andere Person zugegen ist (Edwards et al., 2002; Munger & Harris, 1989). Wenn ein Schild darauf hinweist, dass man sich nach dem Toilettengang die Hände waschen sollte, hat das nur bei Frauen zur Folge, dass sie sich tatsächlich öfter die Hände waschen, Männer lässt ein solcher Hinweis unbeeindruckt (Johnson, Sholcosky, Gabello, Ragni & Ogonoskym, 2003).

Berry et al. (2012) untersuchten die Toilettenanalgen in 48 Fastfood-Restaurants. Sie zählten u. a. aus, wie oft man während des Toilettenbesuchs etwas berühren muss (den Türgriff der Eingangstür, den Türgriff der Toilettenkabine, den Wasserhahn, den Handtuchspender usw.). Je weniger Berührungen erforderlich sind, desto geringer ist das Risiko der Übertragung von Krankheitskeimen. Sie fanden große Unterschiede zwischen Anlagen alten Typs und moderneren Einrichtungen, die z. B. über sensorgesteuerte Wasserspülungen verfügten.

Anschließend befragten sie 123 Versuchspersonen, wie diese sich in einer der beiden Toilettenanlagen fühlen würden. Insbesondere interessierte sie die Neigung der Versuchspersonen, sich die Hände zu waschen. Die Versuchspersonen, die sich vorstellen sollten, in einer Toilettenanlage mit einer Wasserspülung, die von Hand zu betätigen war, gaben häufiger an, dass sie das Bedürfnis verspüren würden, sich die Hände zu waschen. Wieder gaben Frauen häufiger als Männer (die sich vorstellten, ein Urinal zu benutzten) an, dass sie sich die Hände waschen würden. Männer, die sich vorstellen sollten, sich in die Kabine zu setzen gaben häufiger als Männer, die sich vorstellten, ein Urinal zu benutzen, (aber seltener als Frauen) an, dass sie sich die Hände waschen würden. Dies galt für beide Arten von Toilettenanlagen gleichermaßen.

Literatur

Berry, T. D., Fournier, A. K., & Porter, B. E. (2012). Developing and testing a touch-path model for hand hygiene and pathogen risk. Environment and Behavior, 44(4), 451-473. doi:10.1177/0013916510395729

Edwards, D.; Monk-Turner, E.; Poorman, S.; Rushing, M.; Warren, S. & Willie, J. (2002). Predictors of hand-washing behavior. Social Behavior and Personality, 30, 751-756.

Guinan, M. E.; McGuckin-Guinan, M. & Sevareid, A. (1997). Who washes their hands
after using the bathroom? American Journal of Infection Control, 25, 424-425.

Johnson, H. D.; Sholcosky, D.; Gabello, K.; Ragni, R. & Ogonosky, N. (2003). Sex
differences in public restroom handwashing behavior associated with visual behavior
prompts. Perceptual and Motor Skills, 97, 805-810.

Monk-Turner, E.; Edwards, D.; Broadstone, J.; Hummel, R.; Lewis, S. & Wilson, D.
(2005). Another look at hand-washing behavior. Social Behavior and Personality,
33, 629-634.

Munger, K. & Harris, S. J. (1989). Effects of an observer on handwashing in a public
restroom. Perceptual and Motor Skills, 69, 733-734.

van de Mortel, T.; Bourke, R.; Fillipi, L.; McLoughlin, J.; Molihan, C.; Nonu, M.
& Reis, M. (2000). Performance feedback should be repeated within a year to
maximize handwashing rates in the critical care unit. Australian Critical Care,
13, 91-95.

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