Amoklauf und Limonade

Macht Cola aggressiv?Wer viele zuckerhaltige Nahrungsmittel konsumiert, ist aggressiver. Das klingt wenig glaubhaft, scheint sich aber zu bestätigen. Wobei die Verursachungsrichtung nicht ganz klar ist.

Im Jahr 1979 erschoss der ehemalige Stadtrat von San Francisco Dan White den Bürgermeister George Moscone und den ersten homosexuellen Bürger im Stadtrat, Harvey Milk. Im anschließenden Prozess behauptete White, sein Verhalten sei dadurch beeinflusst worden, dass er vor Kurzem angefangen habe, vor allem Junk-Food und zuckerhaltige Softdrinks zu konsumieren. Dies habe dazu beigetragen, dass er aggressiv geworden sei. White hatte mit dieser Argumentation Erfolg und diese Verteidigungsstrategie wurde als die „Twinkie-Strategie“ bekannt (obschon White gar nicht behauptet hatte, besonders viele „Twinkies“ – ein Twinkies sind ein sahnegefülltes Gebäcksahnegefülltes Gebäck – zu konsumieren).

Benton (2007) konnte in einer Metaanalyse tatsächlich belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen einer fett- und zuckerhaltigen Diät und einer erhöhten Gewaltbereitschaft gibt. Solnick und Hemenway (2012) konnten bei einer Befragung von 1878 Bostoner Schülern einen ähnlichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Limonaden und Gewalttaten belegen. Je mehr Softdrinks die Schüler konsumierten, desto häufiger waren sie durch Gewaltdelikte aufgefallen. DieseHaben evtl. viel Cola getrunken - Boxerinnenr Zusammenhang bestand auch, wenn man die möglichen Moderatorvariablen Geschlecht, Alter, Rasse, Körpergewicht, Schlafmangel, Nikotin- und Alkoholkonsum herausrechnete. Neben einem direkten Zusammenhang – der Zucker in den Limonaden macht aggressiv – ist auch ein indirekter Zusammenhang denkbar. Zum Beispiel könnten Schüler, die generell einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel haben, sowohl zum Konsum von zuckerhaltigen Getränken neigen als auch aufgrund des zu niedrigen Blutzuckerspiegels aggressiver sein.

Literatur

Benton, David. (2007). The impact of diet on anti-social, violent and criminal behaviour. Neuroscience and Biobehavioral Reviews, 31(5), 752-774.

Solnick, Sara J. & Hemenway, David. (2012). The „Twinkie Defense“: The relationship between carbonated non-diet soft drinks and violence perpetration among Boston high school students. Injury Prevention, 18, 259-263.

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Eingeordnet unter Psychologie

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